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Ukraine für Putin nur der Anfang? Ex-Oligarch sicher: „Wird Nato-Staaten angreifen“

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Von: Linus Prien

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Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolfoto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine Sitzung mit Regierungsmitgliedern per Telefonkonferenz leitet.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolfoto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der eine Sitzung mit Regierungsmitgliedern per Telefonkonferenz leitet. © Mikhail Klimentyev/dpa

Der Putin-kritische Michail Chodorkowski warnt vor einem Angriff Russlands auf die Nato. Der ehemalige Oligarch geht nicht davon aus, dass die Nato reagieren würde.

Hamburg - Der russische Exil-Oppositionelle Michail Chodorkowski glaubt, dass Wladimir Putin auf Nato-Territorium zuschlagen wird. „Er wird Nato-Staaten angreifen, so oder so - nicht unbedingt mit Raketen, aber etwa mit Terrorangriffen“, sagte der ehemalige Oligarch in einem Gespräch mit der Zeit. Chodorkowski war Chef des Öl-Konzerns Yukos und einer der reichsten Männer Russlands. Von 2003 an war er zehn Jahre lang inhaftiert, nachdem er Korruption unter Putin kritisiert hatte. Er lebt heute in London.

Ukraine-Krieg: „Ich persönlich denke, die Nato wird nicht reagieren“

Michail Chodorkowski  in Berlin
Michail Chodorkowski © IMAGO/ Reynaldo Paganelli

In Deutschland müsse man verstehen, dass Putin und sein Machtzirkel davon überzeugt seien, in der Ukraine einen Krieg gegen die USA zu führen - und damit gegen die Nato. „Ich glaube, er denkt: Wird die Nato zusammenhalten, wenn ich die Grenze nach Polen oder in die Baltenstaaten überquere? Ich kann‘s ja mal probieren!“, sagt Chodorkowski. „Ich persönlich denke, die Nato wird nicht reagieren, und im Ergebnis wird sie dadurch aufhören zu existieren. Das ist genau, was Putin will.“

Ukraine-News: Der Kampf mit „dem Westen“ und die „russische Welt“

Chodorkowskis Einschätzung, dass russische Eliten davon überzeugt seien, einen Krieg mit den USA beziehungsweise „dem Westen“ zu führen, deckt sich mit anderen Experteneinschätzungen. Vermeintliche historische Ansprüche auf das Gebiet von Nachbarstaaten um Russland herum sind keine Seltenheit bei der Kreml-Elite. Genauso existiert auch das Selbstbild, dass Russland eine historische Opferrolle im Verhältnis zu den USA und „dem Westen“ einnehme. Diese geschichtlichen Einordnungen und Narrative spielen für Putin eine große Rolle: Im Interview mit IPPEN.MEDIA sagte Osteuropaexperte Martin Schulze Wessel, dass Putin sich als historischen Akteur sehe. (lp/dpa)

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