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Kampf um Kiew: Russland geschlagen? „Keine Waffen, keine Verpflegung - sie laufen nur weg“

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Von: Stella Henrich

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Ukrainische Truppen drängen Russland zurück – vor allem in den Vororten Kiews. Das belegen Bilder zerstörter russischer Panzer in Irpin. Die Front verlagert sich wohl nach Osten.

Kiew - Bereits vergangene Woche hatte Russland ein Ablassen von der Region Kiew angekündigt - ukrainische Schilderungen von der Front im Ukraine-Krieg* deuten auf einen chaotischen Rückzug hin. „Die russischen Soldaten ziehen sich zurück. Sie haben keine Waffen, keine Verpflegung – sie laufen nur weg“, zitiert Bild Online einen ukrainischen Soldaten namens Olexy.

„Wir haben hier in Irpin eine starke Position. Wir rücken vor,“ erklärte der 20-Jährige weiter. Gouverneur Olexandr Pawljuk berichtete dem Portal zugleich, die Truppen Russlands zögen sich aus dem Norden der Region Kiew in Richtung Belarus zurück. Wie stets im laufenden Krieg ist die Richtigkeit von Angaben zu militärischen Bewegungen schwer zu überprüfen. Der Kampf könnte sich damit aber wohl weitgehend in den Osten des Landes verlagern - rund um die Stadt Mariupol und den Donbass.

Bundeskanzler Scholz kündigt neue Sanktionen gegen Russland an

Drei Wochen hatte der Kampf auch in Irpin, einem Vorort Kiews getobt. Nach ukrainischen Angaben sollen laut Bild mindestens 200 Menschen ihr Leben verloren haben. International verbreitete Bilder des Kriegs zeigen Leid, Tod und Verwüstung: Ausgebrannte Autowracks, notdürftig verscharrte Körper, zerstörte Panzer auf den Straßen der Städte. Derweil bergen Rettungskräfte verwundete Menschen aus Kellern zerstörter Häuser, darunter offenbar auch alte Menschen, Kinder, Mütter.

Ein Ukrainischer Soldat steht auf dem Wrack eines russischen Panzers in der Stadt Irpin. Im Hintergrund ist ein völlig zerstörter Haus zu sehen.
Ukrainischer Soldat steht auf einem zerstörten russischen Panzer in Irpin © Daniel Ceng Shou-Yi/imago

Bundeskanzler Olaf Scholz* sprach am Sonntag angesichts des Massakers von Butscha von Gräueltaten russischer Truppen und kündigt neue Sanktionen gegen Russland aus. „Die Ermordung von Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen,“ sagte Scholz bei einer Pressekonferenz. „Diese Verbrechen der russischen Streitkräfte müssen wir schonungslos aufklären,“ sagte Scholz weiter. Die Täter und Auftraggeber müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Waffen, Raketen, Maschinengewehre für ukrainische Armee

„Wir werden im Kreis der Verbündeten in den nächsten Tagen weitere Maßnahmen beschließen,“ kündigte der SPD-Politiker an, ohne weitere Details zu nennen. Der russische Präsident Wladimir Putin und seine Unterstützer würden die Folgen spüren. „Und wir werden der Ukraine weiterhin Waffen zur Verfügung stellen, damit sie sich gegen die russische Invasion verteidigen kann.“ Der innen- und außenpolitische Druck auf die Ampel-Regierung dürfte nach Butscha weiter steigen.

Auch das US-Verteidigungsministerium will der Ukraine weitere Waffen im Wert von 300 Millionen Dollar (etwa 271 Millionen Euro) zukommen lassen. Unter anderem sollen Drohnen, Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge, Munition, Nachtsichtgeräte, sichere Kommunikationssysteme, Maschinengewehre und medizinische Güter geliefert werden. Die USA haben der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs Militärhilfen und Waffenlieferungen von 1,65 Milliarden Dollar zugesagt.

Irpin: Zeichen der Hoffnung und Symbol der Gegenwehr

Irpin ist die bislang größte Stadt ist, die die Ukraine zurückerobern konnte. Der Erfolg gilt als Zeichen der Hoffnung und als Symbol der Gegenwehr der Ukrainer. Auch wenn die russischen Truppen weg sind, sei die Situation in Irpin weiterhin sehr gefährlich, glaubt allerdings der junge Soldat Olexy. Denn überall gäbe es Minen, die noch nicht explodiert seien.

Auch in der Ostukraine sind nach Medien Berichten Putins Truppen weiter auf dem Rückzug. Odessa hingegen wird offfenbar weiter bombardiert. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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