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Medwedew poltert wieder – „Ukraine könnte von der Weltkarte verschwinden“

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Dimitri Medewedew (links) ist ein enger Vertrauter von Wladimir Putin (Archivbild).
Dimitri Medewedew (links) ist ein enger Vertrauter von Wladimir Putin (Archivbild). © Alexander Zemlianichenko/dpa/picture alliance

Im Ukraine-Krieg drohte der russische Ex-Präsident und Putin-Vertrauter Medwedew der Ukraine mit einem „Verschwinden von der Weltkarte“.

München – Russische Drohungen sind im Ukraine-Krieg fast schon zum Alltag geworden. Auch rund fünf Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges stellen Politiker in Moskau unverhohlen die staatliche Souveränität und Existenz der Ukraine infrage.

So auch Dmitri Medwedew, Ex-Präsident und jetziger Vizechef des russischen Sicherheitsrates. Der enge Vertraute des russischen Machthabers Wladimir Putin machte besonders in den vergangenen Wochen immer wieder mit neuen Drohungen Schlagzeilen. Jetzt warnte er, die Ukraine könne „von der Weltkarte verschwinden“.

Ukraine-News: Medwedew droht der Ukraine - „könnte von der Weltkarte verschwinden“

Medwedew veröffentlichte am Donnerstag (21. Juli) im Kurznachrichtendienst Telegram eine Liste mit 11 Punkten, die die „Sünden“ des Westens zeigen sollen, „an denen Russland nicht schuld ist“. Dabei lautet der vorletzte Punkt von Medwedews Liste: „Daran, dass die Ukraine infolge aller Geschehnisse die Reste staatlicher Souveränität verlieren und von der Weltkarte verschwinden könnte.“

Das Nachbarland habe bereits 2014 den Großteil seiner „staatlichen Unabhängigkeit“ eingebüßt, als es sich unter die „direkte Kontrolle des kollektiven Westens“ begeben habe, behauptete Medwedew, der zwischen 2008 und 2012 russischer Präsident war. Damals habe die Ukraine geglaubt, „dass die Nato ihre Sicherheit gewährleisten würde“.

Darüber hinaus drohte Medwedew, Russland werde „ukrainische Kriminelle wegen der Gräueltaten, die gegen die Menschen in der Ukraine und in Russland begangen wurden“ vor Gericht stellen. Damit dürfte sich der russische Ex-Präsident auf die ukrainische Regierung um Staatschef Wolodymyr Selenskyj beziehen. In seiner Nachricht auf Telegram sprach er passend dazu vom „Kiewer Regime“.

Ukraine-News: Putins Vertrauter Medwedew mit Vorwürfen gegen Westen - er warnt vor Weltkrieg

Medwedew nahm auch den gesamten Westen samt der Nato, der EU und den USA mit mehreren Vorwürfen ins Visier. Direkt zu Beginn seiner Mitteilung sprach er von „europäischen Narren“, die von den USA getäuscht worden seien. Daher müsse das europäische Volk nun die „schmerzhaftesten Konsequenzen“ der Sanktionen gegen Russland ertragen. Auch mit Blick auf die drohende Gas-Krise betonte Medwedew, in europäischen Häusern werde es im Winter „bitterkalt“ sein.

Ferner verwies er auf die Inflation in der EU und den USA sowie westliche Unternehmen, die „milliardenschwere Investitionen“ verloren hätten. Der russische Ex-Präsident warf der EU außerdem vor, den „Bezug zur Realität“ verloren zu haben. Die EU zwinge die Ukrainer dazu, ihr Leben für den EU-Beitritt zu opfern. US-Präsident Joe Biden bezeichnete er als einen „seltsamen Großvater mit Demenz“, der seine Pflichten vergessen habe.

Gleichzeitig warnte Medwedew offenbar auch mit Blick auf die Erweiterung der Nato vor der Gefahr eines Weltkrieges. So nähere sich das Verteidigungsbündnis „entgegen der Logik und dem gesunden Menschenverstand“ weiterhin den russischen Grenzen. Dadurch entstehe eine „reale Gefahr eines weltweiten Konflikts und des Todes eines bedeutenden Teils der Menschheit“, erklärte der Putin-Vertraute. In Zusammenhang mit dem Nato-Beitritt von Finnland und Schweden hatte Medwedew schon zuvor mit der Stationierung von Atomwaffen in der Nähe der skandinavischen Länder gedroht.

Ukraine-News: Chef des russischen Parlaments kritisiert USA für Waffenlieferungen

Ähnlich wie Medwedew kritisierte auch der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, die USA. Er warf US-Präsident Biden vor, aus eigenen Interessen den Krieg „bis zum letzten Ukrainer“ weiterlaufen lassen zu wollen und eine friedliche Regelung im Donbass zu verhindern.

„Und die Ukraine hat währenddessen ihre Souveränität verloren und befindet sich am Rande der Selbstauflösung“, schrieb Wolodin. Russland kritisiert die westlichen Waffenlieferungen – vor allem aus den USA – als eine sinnlose Fortsetzung des Krieges in der Ukraine. Ungeachtet dessen sicherte Washington am Mittwoch (20. Juli) Kiew weitere Himars-Mehrfachraketenwerfer zu. (bb mit dpa)

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