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Russische Armee setzt wohl „Schmetterlingsminen“ ein – Generalmajor kündigt blutigen Kampf um Atomkraftwerk an

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Von: Sandra Kathe, Nail Akkoyun, Andreas Apetz, Lucas Maier

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In den selbst ernannten Volksrepubliken laufen offenbar Rekrutierungsaktionen. Ukrainische Streitkräfte beschießen eine strategisch wichtige Brücke: die Lage im News-Ticker.

+++ 11.30 Uhr: Der russische Generalmajor Walerij Wassiljew, Befehlshaber der Armee in der Region Saporischschja, hat laut übereinstimmenden Medienberichten aus der Ukraine, einen blutigen Konflikt um das dortige Atomkraftwerk angekündigt. „Hier wird entweder russische Erde sein – oder verbrannte Wüste“, soll er den Berichten nach zu Soldaten gesagt haben. „Ihr Befreier-Kämpfer müsst verstehen, dass wir keine andere Möglichkeit haben. Und wenn es um den härtesten Auftrag geht, müssen wir ihn ehrenhaft ausführen“, wird Wassiljew weiter zitiert.

+++ 10.45 Uhr: Russische Streitkräfte sind in der Region Luhansk wohl erneut zum Rückzug gezwungen. Das erklärte Gouverneur Serhij Hajdaj am Montag laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kyiv Independent. Demnach habe Russlands Armee versucht nahe dem Dorf Verkhniokamyanske – zwischen Donezk und Luhansk – sowie in vier weiteren Gebieten versucht, die Stellungen zu erobern. Das misslang offenbar, was sich jedoch nicht unabhängig prüfen lässt.

+++ 10.00 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium befürchtet den Einsatz von sogenannten Schmetterlingsminen im Donbass. Russland setzt diese einem Lagebericht zufolge ein. Die Minen sind offenbar eine enorme Gefahr für die Zivilbevölkerung. Laut dem Ministerium in London versuchen russische Truppen höchstwahrscheinlich in den Städten Donezk und Kramatorsk, die verstreubaren Minen „PFM-1“ und „PFM-1S“ einzusetzen. Die Schmetterlingsminen „PFM-1“ seien mit verheerender Wirkung im sowjetisch-afghanischen Krieg eingesetzt worden, wo sie angeblich eine große Zahl von Kindern verstümmelten, die sie für Spielzeug hielten.

Ukraine-Krieg
Im Donbass sollen offenbar Schmetterlingsminen zum Einsatz kommen. (Archivfoto) © Denis Grigoryuk / Imago Images

News zum Ukraine-Krieg: Truppen beschießen wohl strategisch wichtige Brücke

+++ 09.15 Uhr: Truppen der ukrainischen Armee beschießen aktuell offenbar eine Brücke in der besetzten Region Cherson. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf lokale Behördenvertreter. Die ukrainische Armee hatte die genannte Brücke bereits vergangene Woche mithilfe von „HIMARS“-Raketen des US-Militärs beschossen, möglicherweise als Vorbereitung einer Gegenoffensive. Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen von zwei Übergangen des Flusses Dnipro. Die Brücke gilt als strategisch wichtige Verbindung für die russische Armee. Die genannten Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 08.30 Uhr: In den selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk laufen derzeit wohl Mobilisierungsaktionen ab. Diese sollen vor allem Dienstuntaugliche betreffen. Das berichtet das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ in einem Lagebericht. Der Bericht bezieht sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. Dabei gehe es vornehmlich um eine Aufstellung neuer motorisierter Gewehrbataillone. Dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen in Charkiw gemeldet

Update vom Montag, 8. August, 07.00 Uhr: Der Bürgermeister von Charkiw hat laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kyiv Independent sieben Explosionen in Charkiw vermeldet. Ihor Terechow sagte demnach, die Stadt sei von russischen Raketen getroffen worden. Es wurden keine Verletzten gemeldet. "Es ist sehr laut in der Stadt. Ich bitte alle, sich in Sicherheit zu bringen", sagte Terekhov.

Der Gouverneur im Gebiet Sumy meldete mehr als 50 Explosionen. Dmytro Zhyvytsky sagte, dass russische Truppen den Norden des Gebiets Sumy beschossen hätten. Die an Russland angrenzende Region steht unter ständigem Beschuss, berichtete der Gouverneur.

Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet „gute Nachrichten“ – Atombehörde warnt nach Angriff

+++ 22.45 Uhr: Während im Donbass im Osten der Ukraine weiterhin schwere Kämpfe toben, hat der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, in seiner täglichen Videoansprache am Sonntag (7. August) „gute Nachrichten“ in Aussicht gestellt. So würden in der kommenden Woche „Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete“ erwartet. Gemeint sind damit neue Waffenlieferungen aus dem Westen, die für die Ukraine ein „Schlüssel“ in der erfolgreichen Verteidigung gegen Russland seien.

Darüber hinaus erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen zu haben. Darauf forderte er eine „prinzipielle Antwort der Weltgemeinschaft“. Das Kraftwerk war am Sonntag erneut unter Feuer geraten. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für den Beschuss. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, internationalen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.

Ukraine-Krieg: Russland verlegt Ausrüstung nach Belarus und berichtet von zerstörten Munitionslagern

+++ 17.35 Uhr: Bei gezielten Angriffen auf Waffenlager im Süden und Osten der Ukraine sollen russische Soldaten tonnenweise Nato-Militärhilfen zerstört haben. Das berichtet das russische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Armee-Angaben. So sei in der Region Mykolajiw westlich von Cherson ein Lager mit insgesamt 45.000 Tonnen Munition zerstört worden, daneben wären fünf weitere Waffenlager, eines davon in Donezk, getroffen worden. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben nicht.

+++ 16.12 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verlegt Russland weiterhin erhebliche Mengen an Kriegstechnik nach Belarus. Auch zusätzliche Militärkräfte würden in das Land gebracht, das mit jedem der beiden Kriegsstaaten rund 1000 Kilometer Grenze teilt. Besonders auffällig sei die Entwicklung im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien. Hier würde auf belarussischem Gebiet neben zusätzlichen Kräften auch Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert.

Obwohl die frühere Sowjetrepublik Belarus unter dem autoritären Machthaber Alexander Lukaschenko nicht offizielle Kriegspartei ist, wurden bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn erste Raketenabschüsse von belarussischem Gebiet bestätigt. Ins Ausland geflohene belarussische Oppositionelle beschuldigen Lukaschenko, einen engen Partner von Kremlchef Wladimir Putin, sowie dessen Machtapparat in Belarus der Kollaboration.

Ukraine-Krieg: Atombehörde warnt vor „nuklearer Katastrophe“ – Selenskyj bittet um Hilfe

+++ 14.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den neusten Berichten über den Beschuss des Kernkraftwerks Saporischschja eine stärkere internationale Reaktion auf Russlands „Nuklearterror“ gefordert. Während eines Telefongesprächs mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, bittet Selenskyj um Hilfe in Form von Sanktionen gegen die russische Atomindustrie. Dies schrieb der ukrainische Staatschef auf Twitter.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt erneut Atomkraftwerk – „Nukleare Katastrophe“ bahnt sich an

+++ 13.34 Uhr: Wie das ukrainische Energieunternehmen Energoatom auf Telegram mitteilt, soll das russische Militär gestern Nacht erneut das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen haben. Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Enerhodar sei auch das Geländer AKWs getroffen worden. Ein Angestellter wurde durch Granatsplitter verletzt und befindet sich jetzt im Krankenhaus. Durch die Explosionen gingen die Fenster der Anlage auf einer Fläche von 800 Quadratmetern zu Bruch.

Seit März ist Saporischschja durch russische Truppen besetzt. Energoatom berichtet, dass sich etwa 500 Russen und Rosatom-Mitarbeiter vor dem Angriff in Bunkern versteckt hatten. „Ihr Ziel waren eindeutig die Behälter mit abgebrannten Brennelementen, die in der Nähe der getroffenen Anlagen unter freiem Himmel gelagert werden“, schreibt das Energieunternehmen auf Telegram.

Der Raketentreffer habe drei Strahlungsüberwachungssensoren zerstört. Eine mögliche Verschlechterung der Strahlungssituation sei nun nicht mehr rechtzeitig erkennbar. Energoatom bittet deshalb darum, eine entmilitarisierte Zone um das Atomkraftwerk einzurichten. „Wir müssen dringend den Aktionen der russischen Atomterroristen ein Ende setzen, um die Ukraine und die Welt vor einer nuklearen Katastrophe zu schützen“, schreibt das Unternehmen.

Ukraine-Krieg: Russland Kriegstechnik nach Belarus

+++ 12.30 Uhr: Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. Unter anderem im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien würden auf belarussischem Gebiet zusätzliche Kräfte und Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Unabhängig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.

Die frühere Sowjetrepublik Belarus ist zwar nie offiziell mit in Russlands Krieg eingestiegen.

Ukraine-News: Russland startet „Zwangsmobilisierung“ der Zivilbevölkerung

+++ 10.01 Uhr: Russland beginnt mit der militärischen Mobilisierung der Zivilbevölkerung in den Gebieten des Donbass. Darüber berichtet das ukrainische Verteidigungsministerium auf Telegram. Demnach sollen beispielsweise auf einem Markt in Luhansk in weniger als 40 Minuten zwei Busse mit Männern gefüllt und abtransportiert worden sein. Ähnliches sei in der Großstadt Alchevsk geschehen. Das Verteidigungsministerium der Ukraine spricht von einer „Zwangsmobilisierung“, die vermehrt auf Wehrunfähige abziele, und diejenigen, die zuvor eine „Zurückstellung“ erhalten hatten.

Ukraine-Krieg: Selenskyj lobt „starke Ergebnisse“ seiner Armee - mithilfe westlicher Waffen

Update vom Sonntag, 07. August, 06.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Streitkräfte für erfolgreiche Gegenangriffe gelobt - und dabei die Rolle westlicher Waffen hervorgehoben. In der vergangenen Woche habe die ukrainische Armee „starke Ergebnisse“ bei der Zerstörung russischer Kriegslogistik erzielt, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Sonntag. „Jeder Angriff auf die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Ansammlungen russischer Technik rettet unser aller Leben, das Leben der ukrainischen Soldaten und Zivilisten.“

Ukraine-News: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Selenskyj sieht „nukleare Bedrohung“

Update vom Samstag, 06. August, 07.00 Uhr: „Wer nukleare Bedrohungen für andere Völker schafft, ist definitiv nicht in der Lage, Nukleartechnologie sicher einzusetzen“, sagte der ukrainische Präsident Selenskyj in der Nacht zum Samstag. Konkret verlangte er etwa Strafmaßnahmen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom. Er macht Russland für den Beschuss des Atomkraftwerks in Saporischschja verantwortlich.

Derweil sollen russische Streitkräfte einen landwirtschaftlichen Betrieb und einen Getreidesilo in der Oblast Saporischschja beschossen haben. Der russische Beschuss im Nowomykolaiwski-Bezirk der Region zerstörte Getreidesilos mit etwa 3000 Tonnen Getreide, berichtet Ukrinform unter Berufung auf den Direktor des Silos. Der russische Beschuss traf Berichten zufolge auch die landwirtschaftliche Infrastruktur und zerstörte ein Lagerhaus mit über 365 Tonnen Sonnenblumen.

Ukraine-Krieg: Weiterer Angriff auf Atomkraftwerk – Russland macht Ukraine verantwortlich

+++ 22.29 Uhr: Nach den drei Artillerieeinschlägen auf dem Gelände des Atomkraftwerks in Saporischschja, hat sich nun Russland zu Wort gemeldet. Wie schon nach dem ersten Angriff machte Russland die Ukraine für den Artillerieschlag verantwortlich, wie AFP berichtet. „Bewaffnete ukrainische Gruppen führten drei Artillerieschläge auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja (...) und in der Stadt Enerhodar durch“, heißt es in der Erklärung der russischen Armee. Zuvor hatte die Ukraine, Beschuss von Russland gemeldet.

Die Truppen von Wladimir Putin forderten die „internationale Organisationen auf, die kriminellen Handlungen des Regimes von Wolodymyr Selenskyj zu verurteilen, welches nukleare Terrorakte begeht“. Seit Anfang März steht das Kraftwerk unter russischer Besatzung. Moskau wurde zuletzt aus den Reihen der USA dafür kritisiert. Außenminister Antony Blinken sagte, Russland wisse sehr wohl „dass die Ukraine nicht zurückschießen könne und wolle, weil sie versehentlich einen Atomreaktor oder dort gelagerten hoch radioaktiven Abfall treffen könnte“.

News zum Ukraine-Krieg: Sorge um Atomkraftwerk wächst weiter

Erstmeldung vom Freitag, 5. August: Saporischschja – Nach Einschätzung britischer Geheimdienste gefährden Aktionen der russischen Streitkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja. Moskaus Absichten im Hinblick auf das größte Atomkraftwerk in Europa seien fünf Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges „noch immer unklar“, hieß es am Freitag (5. August) in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

Russland setze wohl Artillerieeinheiten in den an das Kraftwerk angrenzenden Gebieten ein, um ukrainische Regionen westlich des Dnipro-Flusses anzugreifen. Womöglich nutzten sie dabei den Hochsicherheitsstatus des Kraftwerkgeländes aus, um sich und ihre Ausrüstung vor nächtlichen ukrainischen Gegenangriffen zu schützen, hieß es.

News zum Ukraine-Krieg: Prinzipien der nuklearen Sicherheit wurden „verletzt“

Mit sechs Blöcken und einer Leistung von 6000 Megawatt ist das Werk in der Stadt Enerhodar in der Oblast Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Russische Truppen hatten die Anlage Anfang März besetzt. Danach wurde das Kernkraftwerk von ukrainischem Personal weiterbetrieben, aber von russischen Nuklearspezialisten überwacht.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat die Lage am Kernkraftwerk als äußerst unbeständig und fragil bezeichnet. „Alle Prinzipien nuklearer Sicherheit wurden auf die eine oder andere Art verletzt“, sagte Rafael Grossi in dieser Woche in New York. Eine IAEA-Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich. (nak/ska/luc/aa mit dpa/AFP)

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