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CIA-Chef nennt Zahl zu Russlands Verlusten – zweifelt aber an Putin-Gerüchten: „Er ist zu gesund“

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Von: Florian Naumann

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Wie hoch sind Russlands Verluste im Ukraine-Krieg? CIA-Chef William Burns hat nun eine Zahl genannt. Spekulationen um Wladimir Putin verpasste er einen Dämpfer.

Washington, D.C. – Es handelt sich um eine zynische Statistik – aber auch um eine der wenigen Zahlen, die eine „objektive“ Einschätzung der Lage im Ukraine-Krieg erlaubt: Die Auflistung der gefallenen Soldaten. Die Ukraine veröffentlicht täglich Daten; allerdings nur zu den mutmaßlichen Verlusten Russlands. Der Kreml selbst schweigt.

Nun hat sich der Direktor der CIA mit einer „offiziellen“ Schätzung zu Wort gemeldet, wie unter anderem die US-Portale Politico und The Hill berichten. Eine Zahl geliefert hat der hochrangige Geheimdienstler am Mittwoch (Ortszeit) aber ebenfalls ausschließlich zu getöteten und verwundeten Streitkräften des Angreifers Russland.

Wladimir Putin ist „zu gesund“ - mutmaßt jedenfalls CIA-Chef William Burns (re.).
Wladimir Putin ist „zu gesund“ - mutmaßt jedenfalls CIA-Chef William Burns (re.). © AFP/Atta Kenare/Samuel Corum/fn

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: US-Geheimdienst nennt Zahl

William Burns, Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, attestierte dem russischen Militär bei einem Auftritt bei der Konferenz Aspen Security Forum „katastrophale Fehler“ in der ersten Phase der Invasion, aber auch eine strategische Neuausrichtung. In US-Agentenkreisen gehe man davon aus, dass bislang rund 15.000 russische Soldaten getötet und „vielleicht die dreifache Zahl“ – also rund 45.000 Truppenangehörige – verwundet worden seien, sagte er.

Damit wären insgesamt bis zu 60.000 Militärangehörige außer Gefecht gesetzt worden. Burns räumte allerdings auch ein, es handle sich nur um Schätzungen: Es gebe „keine perfekte Zahl“. Zu den Verlusten der Ukraine lieferte der CIA-Direktor keine Daten. Dafür aber eine grobe Einschätzung. „Auch die Ukrainer haben gelitten, vielleicht in etwas geringerem Umfang“, sagte er. Es handle sich aber um „signifikante Verluste“. Anlass zur Entwarnung für die Ukraine und den Westen wäre dieser Wasserstand wohl nicht: Experten warnten zuletzt vor einer „zynischen“ Strategie Putins - und infolgedessen militärischen Vorteilen bei einem fortdauernden Krieg.

Der US-Geheimdienstler bleibt damit jedenfalls in seiner Lagebewertung deutlich unter den von der Ukraine veröffentlichten Zahlen zu Verlusten der russischen Truppen. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte schrieb am Mittwoch (20. Juli) von knapp 39.000 getöteten russischen Soldaten. Der US-Militärexperte Eliot A. Cohen war Ende März davon ausgegangen, dass rund 30.000 russische Soldaten außer Gefecht gesetzt worden waren - durch Tod, Gefangenschaft, Verwundung oder Verschwinden.

Ukraine-Krieg: Putin krank? CIA-Chef zweifelt

Burns äußerte sich auch zur aktuellen russischen Militärstrategie – und viel diskutierten möglichen Gesundheitsproblemen Wladimir Putins. „In gewisser Weise ist das russische Militär in eine komfortablere Lage zurückgewichen“, erklärte der CIA-Direktor bei dem Termin in Aspen. Es nutze „seinen Vorsprung und seine Feuerkraft über große Entfernungen, um die ukrainischen Ziele auf Distanz zu halten und effektiv zu zerstören und um die Schwachstellen beim Militär, die sie immer noch haben, zu kompensieren.“

Russland habe sich angepasst, erklärte Burns. In einer kürzlich geführten Unterredung habe ein ukrainischer Geheimdienstkollege passend dazu erklärt: „Die dummen Russen sind alle tot.“ Kritik übte der CIA-Chef indes an der jüngsten Iran-Reise Wladimir Putins. Der mutmaßliche Plan, dem Land Drohnen abzukaufen, sei „ein Anzeichen für die Schwäche Russlands eigener Rüstungsindustrie“.

Gerüchte über eine schwerwiegende Erkrankung Putins befeuerte der Geheimdienst-Mann indes explizit nicht. Es gebe zwar viele Spekulationen - aber so weit die CIA das sagen könne, sei Putin „viel zu gesund“. Der Kreml-Chef habe allerdings „einen eigenen Blick auf die Realität“. Um eine offizielle Geheimdienst-Einschätzung handele es sich hierbei nicht, betonte Burns. (fn/dpa)

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