1. Startseite
  2. Politik

Deutsches Waffen-Fiasko um Ukraine-Lieferungen: Scholz überraschte offenbar alle – mit schlimmen Folgen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christoph Gschoßmann

Kommentare

Deutsche Panzer vom Typ Marder könnten womöglich zeitnah die ukrainische Armee bei der Verteidigung ihres Landes unterstützen. Doch die Lieferung wird seit Wochen hinausgezögert.
Deutsche Panzer vom Typ Marder könnten womöglich zeitnah die ukrainische Armee bei der Verteidigung ihres Landes unterstützen. Doch die Lieferung wird seit Wochen hinausgezögert. (Symbolbild) © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Ukraine kämpft gegen die russische Invasion. Aus Deutschland erfährt sie einem Bericht zufolge aktuell überhaupt keine militärische Unterstützung - die Lieferungen verzögern sich.

München / Berlin / Kiew - Die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine stehen in der Kritik - oder besser gesagt, die zögerlichen, kaum existenten Lieferungen. Denn wie nun bekannt wurde, wird seit Wochen überhaupt nichts an schweren Waffen in das Krisengebiet geliefert.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte einige schwere Waffen für den Kampf der Ukraine gegen Russland angekündigt, doch die Lieferungen verzögern sich - teilweise monatelang, während der eskalierte Ukraine-Konflikt ungebremst weiter geht. Das berichtet Business Insider. So hatte Scholz unter anderem im Bundestag vom Luftabwehrsystem Iris-T gesprochen. Diese Nachricht sei aber nicht nur für das Verteidigungsministerium überraschend gekommen, sondern auch für Ägypten. Das arabische Land soll auf eine seiner Iris-T-Bestellungen verzichten. Doch ohnehin soll es erst im November oder Dezember einsatzbereit sein.

Schützenpanzer Marder: Griechenland vom „Ringtausch“ überrascht

Beim Schützenpanzer Marder sieht es aus Sicht der Ukraine nicht besser aus. Scholz hatte hier angekündigt, einen Ringtausch mit Griechenland durchzuführen. Athen sollte 50 sowjetische BPM-Panzer nach Kiew schicken, Deutschland Griechenland Marder liefern. Und wieder kommt es zu einem Fiasko: Griechenland ist überrascht und hat Angst vor der Reaktion der Türkei, wenn plötzlich modernere Panzer in Griechenland stationiert sind. Doch - auch hier gilt: Die Lieferung soll sich noch bis Herbst oder Winter ziehen. Auch Hersteller Rheinmetall, welcher die Panzer direkt nach Kiew verkaufen wollte, wurde demnach von der Idee überrascht. Schon wenige Tage später verkündet der Konzern jedoch einen neuen Mega-Deal.

Auch was die Mehrfachraketenwerfer Mars II angeht, läuft es schlecht. Es hieß, die Bundeswehr solle vier Systeme abgeben. Laut Business Insider sind weniger als 20 der 40 Fahrzeuge der Streitkräfte überhaupt einsatzfähig, daher herrscht im Heer Unverständnis darüber, vier davon abzugeben. Zudem können die Raketenwerfer keine US- oder britische Munition verschießen, die die Ukraine besitzt. Das Umprogrammieren soll Monate dauern, heißt es.

Deutschland lieferte zuletzt gar kein militärische Material an die Ukraine

Das Portal berichtet, dass Deutschland in den letzten zwei Wochen überhaupt kein militärisches Material an die Ukraine geliefert hat. Eine neue Liste, was genau geliefert werden soll, gibt es erst wieder am Donnerstag (16. Juni).

Immerhin eine Lieferung von 15 Gepard-Flugabwehrpanzern scheint im Plan zu sein - diese sollen demnach Mitte Juli bis Ende August geliefert werden. Ebenso eine Lieferung von sieben deutschen Panzerhaubitzen Ende Juni. Indes geht im Ukraine-Krieg der russische Vormarsch auf die Ostukraine weiter - jeden Tag.

Obwohl Scholz (SPD) bei einem Besuch in Litauen die deutsche Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine verteidigt hat und erklärte, Deutschland sei einer der „wichtigsten militärischen Unterstützer“ des Landes - die Lieferungen kommen dann vermutlich viel zu spät. Indes haben nach Informationen der Tagesschau die USA, Frankreich, Slowenien, Polen, Estland, Litauen, die Slowakei, Tschechien sowie wohl auch Belgien und die Niederlande schwere Waffen an die Ukraine geliefert. (cg)

Die Ukraine startet ein Informationssystem zu Kriegsverbrechen. Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, dass „alle zur Rechenschaft gezogen werden“.

Auch interessant

Kommentare