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Bombenabwurf auf Schule mit zahlreichen Toten: Russland-Tat sorgt für „Entsetzen“

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Im Ukraine-Krieg soll eine Bombe eine Schule getroffen haben. Dort hatten zahlreiche Menschen Schutz gesucht. Beobachter sprechen von bis zu 60 Toten.

Luhansk – Eine russische Bombe soll am Samstag, den 7. Mai, im ukrainischen Gebiet Luhansk eine Schule getroffen haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Tod von 60 Zivilisten bestätigt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. In dem Schulgebäude im Osten der Ukraine hatten den Angaben zufolge 90 Personen Schutz gesucht. Kurz vor dem in Russland gefeierten „Tag des Sieges“ am 9. Mai hat Moskau seine Bemühungen intensiviert, im Ukraine-Krieg Geländegewinne zu erzielen.

Durch den Bombenabwurf brach ein Feuer in der Schule in Bilohoriwka aus und das Gebäude stürzte zusammen. Bilohoriwka ist eine städtische Siedlung, etwa zehn Kilometer westlich von Lyssytschansk. Die Ortschaft ist schwer umkämpft. 30 Menschen konnten die Einsatzkräfte retten - sieben davon waren verletzt, teilte der Gouverneur der Region Serhij Hajdaj am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit. Er sprach am Sonntagmorgen dabei zunächst von zwei geborgenen Leichen.

Ukraine-News: Bombenabwurf auf Schule: Zahlreiche Tote – Russland intensiviert Kriegshandlungen kurz vor 9. Mai

„Wahrscheinlich sind alle 60 Menschen, die noch unter den Trümmern des Gebäudes liegen, tot“, fügte Hajdaj etwas später bereits hinzu. Nun besteht Gewissheit. Der Luftangriff ereignete sich seinen Angaben nach bereits am Samstagnachmittag. Überlebende des Bombenangriffs schilderten ihre Erlebnisse gegenüber dem US-Sender CNN. Ein Mann beschrieb folgendes: „Ich wurde von einer Platte niedergeschlagen – zu einer Kugel gebogen“. Und fügte hinzu: „Dann eine weitere Explosion, kleine Steine ​​fielen auf uns. Dunkelheit.“ Eine Frau sei in dem Zimmer gewesen, die die ganze Zeit geschrien habe.

Zu dem Angriff auf die Schule in Bilohoriwka existieren kaum Fotos. Archivbild: Ukrainische Soldaten sammeln nach Kämpfen in dem Dorf Beresiwka mehrere russische Uragan-Raketen ein.
Zu dem Angriff auf die Schule in Bilohoriwka existieren kaum Fotos. Archivbild: Ukrainische Soldaten sammeln nach Kämpfen in dem Dorf Beresiwka mehrere russische Uragan-Raketen ein. © Efrem Lukatsky/dpa

Ein anderer Mann beschrieb, er habe sich im Keller des Gebäudes versteckt – alle drei Stockwerke seien durch den Angriff zusammengestürzt. Ein weiterer schilderte CNN seine Flucht: „Ich war der allererste, der anfing, herauszuklettern“, erzählte er. „Ich habe Ziegel geharkt und sie weggeworfen. Es gab Holzbretter und Bretter. Einheimische, die nicht im Keller waren, halfen und benutzten ein Rohr, um diese Bretter abzureißen.“ Unter den Menschen, die in der Schule Schutz gesucht hatten, seien mehrere alte Menschen gewesen. „Stellen Sie sich vor, was sie bombardiert haben“, schilderte ein Überlebender den Angriff im eskalierten Ukraine-Konflikt. „Ein gewöhnliches Dorf mit nur Rentnern und Kindern.“

Die britische Außenministerin Liz Truss zeigte sich schockiert über den russischen Angriff auf die Schule im Oblast Luhansk. Truss schrieb auf Twitter, sie sei „entsetzt“ über den Angriff. Der absichtliche Beschuss von Zivilisten und ziviler Infrastruktur sei mit „Kriegsverbrechen“ gleichzusetzen. „Wir werden sicherstellen, dass Putins Regime zur Verantwortung gezogen wird“, so Truss. (aka mit dpa)

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