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Russlands Ukraine-Großangriff steht wohl kurz bevor - doch ausgerechnet das Wetter könnte Putin stoppen

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Von: Felix Durach

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Das russische Militär gruppiert seine Truppen im Osten der Ukraine neu. Militärexperten rechnen mit einer Großoffensive Russlands in der Ostukraine.

Kiew - Im Ukraine-Krieg steht allem Anschein nach eine Großoffensive des russischen Militärs auf die Gebiete in der Ostukraine bevor. Damit rechnet auch der deutsche Militär-Experte Carlo Masala. Der Politikwissenschaftler von der Universität der Bundeswehr in München sprach im Podcast „Ukraine - das ist die Lage“ des Sterns davon, dass die Umgruppierungen und Verstärkungen der russischen Armee im Osten der Ukraine bald abgeschlossen sei. Dann erwarte Masala eine Großoffensive durch das russische Militär. Wann der Angriff tatsächlich beginnt, hänge dabei von diversen Faktoren und nicht zuletzt auch vom Wetter ab.

Ukraine-News: Militär-Experte rechnet mit russischer Großoffensive - Putin braucht Erfolge zum 9. Mai

„Dann ist es eine politische Frage, wann diese Großoffensive beginnt, aber ich denke, länger als eine Woche wird es nicht dauern“, so der Politikwissenschaftler weiter. Ein schnelles Vorrücken und das Erreichen von Zwischenzielen der neu formierten russischen Truppen in der Ostukraine hält Masala dabei für wahrscheinlich. Bereits seit längere Zeit rechnen diverse Experten damit, dass Wladimir Putin bis zum 9. Mai nennenswerte Fortschritte im Krieg gegen die Ukraine erreichen will.

Dann steht in Russland der „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über das nationalsozialistische Deutschland an. Da Putin auch die „Spezialoperation“ in der Ukraine, wie der Angriffskrieg von der russischen Propaganda bezeichnet wird, mit einer angeblichen Entnazifizierung der Ukraine rechtfertigt, hätte militärische Erfolge zu diesem Datum eine besondere historische Bedeutung. Zu dieser Einschätzung kommt auch Masala, der das Vorhaben jedoch als „nicht realistisch“ einstuft. Der russische Präsident hatte seine Besitzansprüche für die Ukraine in einer Ansprache am Dienstag (12. April) erneut bekräftigt.

Ukrainische Panzer bewegen sich auf einer Straße in einem Außenbezirk von Kiew.
Ukrainische Panzer rollen in der Nähe von Kiew durch die Straßen. Das ukrainische Militär rechnet mit einer Großoffensive durch die russischen Truppen im Osten des Landes. © Evgeniy Maloletka/dpa

Ukraine-Krieg: Schlechtes Wetter könnte russische Truppen ausbremsen - Starkregen in der Ostukraine

Zum Problem für die russischen Truppen könnte jedoch tatsächlich das Wetter in der Ostukraine werden. Oleksiy Arestovych, ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, gab im Interview mit dem russischen Journalisten Mark Feigin an, dass eine Schlechtwetterfront die russische Armee beim Vorrücken behindern könnte. „Auf der Linie von Charkiw bis nach Mariupol wird es zehn Tage lang regnen – und zwar ununterbrochen“, erklärt Arestovych.

Ukraine-News: Verteidiger bereiten sich auf russische Großoffensive vor - „Sogar das Wetter ist für uns“

Der Starkregen würde sowohl die Angriffe der russischen Luftwaffe erschweren, als auch die russischen Bodentruppen beim Vorrücken abseits der Straßen behindern. Auf den Straßen würden die russischen Truppen dann auf die ukrainischen Vermeidungsmaßnahmen treffen. „Sogar das Wetter ist für uns“, so Arestovych.

Das russische Militär ist aktuell weiterhin in schwere Gefechte um die Stadt Mariupol am Asowschen Meer verwickelt. Der Fall der Metropole wäre für Russland ein taktisch wichtiges Zwischenziel, um die Landverbindung zur Halbinsel Krim unter Kontrolle zu bekommen, die bereits 2014 durch russischen Truppen annektiert wurde. (fd)

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