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Neue Misere um Panzerhaubitze 2000 in der Ukraine? Erste Geschütze benötigen wohl schon Reparaturen

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Von: Felix Durach

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Die von Deutschland in die Ukraine gelieferten Panzerhaubitzen 2000 zeigen offenbar bereits deutliche Verschleißerscheinung und müssen wohl repariert werden.

Berlin – Lange hat es gedauert, bis die deutschen Waffenlieferungen in die Ukraine an Fahrt aufgenommen haben. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bestätigte zu Beginn der Woche die Lieferung der ersten Flak-Panzer vom Typ Gepard in die Ukraine. Dazu bekommt Kiew aus Deutschland drei Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II und drei weitere Panzerhaubitzen 2000. Von letzteren erhielt das ukrainische Militär bereits im Juni sieben Stück. Bei diesen soll es jetzt jedoch bereits mehrere Probleme geben.

Ukraine-News: Gelieferte Panzerhaubitzen leiden unter Verschleiß - Reparaturen nötig

Nach Informationen des Spiegel hat die ukrainische Regierung am Mittwoch Lambrechts Verteidigungsministerium darüber informiert, dass die Streitkräfte deutliche Verschleißerscheinungen an den Waffensystemen festgestellt hätten. Mehrere der sieben gelieferten Panzerhaubitzen 2000 hätten nach dem Beschuss russischer Stellungen Fehlermeldungen angezeigt und benötigten nun eine Reparatur.

Die Bundeswehr führt die Probleme mit den Artillerie-Geschützen auf den intensiven Einsatz durch die ukrainischen Streitkräfte zurück. Im Kampf gegen die russischen Truppen ist Kiew stark auf die wenigen bereitgestellten Panzerhaubitzen angewiesen. Deswegen würden die Soldaten die Systeme weit über die Belastungsgrenzen hinausführen.

Panzerhaubitze 2000

Die Panzerhaubitze 2000 ist ein selbstfahrendes Artilleriegeschütz vom deutschen Rüstungsbauer Krauss-Maffei Wegmann. Das gepanzerte Kettenfahrzeug erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h. Dadurch kann die Panzerhaubitze im Einsatz schnell ihre Position verändern und so auch dem feindlichen Beschuss ausweichen. Die Reichweite des Hauptgeschützes beträgt bis zu 40 Kilometer. Für den Betrieb des Waffen-Systems werden fünf Besatzungsmitglieder benötigt.

Panzerhaubitze 2000: Artilleriesysteme leiden unter ukrainischem Dauereinsatz

Bei längeren Einsätzen ist die Feuerrate der Panzerhaubitze 2000 auf drei Schuss pro Minute begrenzt. Alles darüber hinaus hätte eine Überhitzung des Feuerrohrs zur Folge. Innerhalb der Bundeswehr gelten deswegen knapp 100 Schuss am Tag bereits als hochintensiver Einsatz. Die ukrainischen Streitkräfte sollen jedoch offenbar weit mehr Schüsse abgefeuert haben.

Die Bundeswehr soll Kiew daraufhin umgehend die Lieferung von Ersatzteilpaketen zugesagt haben, um die aufgetretenen Probleme schnell beheben zu können. Darüber hinaus plant das Verteidigungsministerium offenbar die Errichtung eines Reparaturzentrums in Polen. Dort könnten Wartungen und Reparaturen an den schweren Waffen schneller vorgenommen werden.

Neben der Unterstützung durch die Reparaturen darf Kiew auch mit einer deutlichen Erweiterung des Arsenals rechnen. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, hat die Bundesregierung die Lieferung von 100 weiteren Panzerhaubitzen 2000 nach Kiew genehmigt. Die Systeme kommen direkt vom bayerischen Hersteller Krauss-Maffei Wegmann. Aktuell hat das ukrainische Militär lediglich zehn Panzerhaubitzen im Einsatz.

Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr fährt auf einem Übungsplatz in Niedersachsen.
Die an die Ukraine gelieferten Panzerhaubitzen 2000 weisen wegen der Nutzung schon deutliche Verschleißerscheinungen vor. © Philipp Schulze/dpa

Ukraine-Krieg: Überlegenheit bei Artillerie könnte kriegsentscheidend sein

Artillerie ist im laufenden Ukraine-Krieg von extrem großer Bedeutung. In den ersten Kriegs-Monaten verfügten die russischen Streitkräfte über einen klaren Vorteil, da sie mehr Geschütze zur Verfügung hatten und die ukrainischen Truppen somit aus sicherer Entfernung bekämpfen konnten. Doch dieser Vorteil ist in den letzten Wochen spürbar geschrumpft. Neben den deutschen Panzerhaubitzen erhielt Kiew von der US-Regierung auch mehrere Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars.

Gerade bei einer geplanten Großoffensive im Süden des Landes könnten die Systeme der Ukraine nutzen. Das zeigt sich aktuell offenbar bereits in der Region Cherson, wo ukrainische Streitkräfte mithilfe von Artillerie mehrere Brücken über den Fluss Dnepr zerstört haben. So konnten nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes Versorgungslinien der russischen Truppen weitestgehend abgeschnitten werden. Das wäre ein erster Schritt auf dem Weg zur Wiedereroberung der strategisch wichtigen Hafenstadt Cherson. (fd)

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