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Putin-Militär „verheizt“ im Ukraine-Krieg wohl Munition – hofft aber auf den „Joker“ Iran

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Von: Franziska Schwarz

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Arsenal fast verbraucht? Das vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Bild zeigt eine russische Iskander-Rakete in Aktion.
Arsenal fast verbraucht? Das vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Bild zeigt eine russische Iskander-Rakete in Aktion. © Russian Ministry of Defence/Imago

Dem Militär unter Kremlchef Wladimir Putin geht laut Experten die Munition aus. Ein Grund zur Entwarnung im Ukraine-Krieg sei das aber nicht.

New York/München - Im Ukraine-Krieg erleiden beide Parteien bislang große Verluste. Für Russland unter Kremlchef Wladimir Putin werden sie nun wohl auch zu einem echten ökonomischen Problem. „Dem Land geht gerade einfach alles aus“, zitierte das Wall Street Journal am Dienstag (22. November) den Militästrategen Eliot Cohen vom Center for Strategic and International Studies in Washington.

„Eine großer Teil des Arsenals sind wegen Korruption, Missmanagement oder schlicht Faulheit verfallen“, urteilte der Experte über die russischen Waffen gegenüber der US-Zeitung. Und Moskau mache seine schrumpfende Wirtschaft aktuell mehr zu schaffen als Kiew unter Präsident Wolodymyr Selenskyj, so der Bericht.

Ukraine-News: Experte sieht „Joker“ für Putin bei Militär-Ausrüstung

Ein „Joker“ in der ganzen Sache könnten für Moskau laut dem Bericht Waffenimporte aus dem Iran sein. Dieser Behelf wird allerdings auch als Zeichen der aktuellen Schwäche gedeutet. Der US-Regierung unter Präsident Joe Biden zufolge kauft Russland inzwischen auch Munition aus Nordkorea unter Machthaber Kim Jong-Un ein.

Das Wall Street Journal berichtete außerdem. dass Putins Militär in den vergangenen Monaten „eine riesige Menge an billiger, unpräziser treffender Munition“ verfeuert habe. „Die Rate ist inzwischen drastisch gesunken, sagen Beobachter, was zum einen bedeuten könnte, dass die Munition nun rationiert werden muss - oder, dass es eine Wende in den Gefechten gab. „

Britischer Geheimdienst: Putins Militär hat Geldprobleme

Was die Gerüchte um die russischen Wirtschaftsprobleme angeht, berichtete der britische Geheimdienst vergangene Woche, dass Russland mit der Kreditaufnahme über Staatsanleihen nun seine Haushaltslöcher stopfen wolle. Mit dem Anzapfen des Anleihemarktes in großem Stil habe sich das Land allerdings auf ein unsichereres finanzpolitisches Umfeld vorbereitet, urteilten die Militärexperten in ihrem Update vom 19. November. Es wurde vom Verteidigungsministerium in London veröffentlicht.

Russland habe seine bislang größte Anleiheemission an einem Tag durchgeführt und 820 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 13 Milliarden Euro) aufgenommen, hieß es. „Dies ist für Russland wichtig, da die Emission von Schuldtiteln ein wichtiger Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Verteidigungsausgaben ist, die seit der Invasion in der Ukraine erheblich gestiegen sind.“ Wegen der umfangreichen Sanktionen ist Russland weitgehend vom westlich dominierten internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. (frs)

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