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Droht Russland nun ein Partisanenkrieg? Drei Attentate in zwei Wochen in Cherson

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Von: Linus Prien

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Auto von prorussischem Offiziellen in Cherson
Das zerstörte Auto eines prorussischem Offiziellen in Cherson. © IMAGO/Mikhail Alaeddin

In Cherson hat es in den letzten Wochen drei Attentate auf prorussische Akteure gegeben. US-Experten sehen zunehmend Muster eines Partisanenkriegs.

Cherson - Im eskalierten Ukraine-Krieg muss sich Russland womöglich zunehmend auf einen Partisanenkrieg einstellen. Diese Vermutung äußerte Avril Haines, Direktorin der nationalen US-Nachrichtendienste, dem Fernsehsender CNN. Auf diese Entwicklung deuten ihr zufolge versuchte Attentate in der russisch kontrollierten Region Cherson hin. Zwar handele es sich gegenwärtig lediglich um drei Vorfälle. Laut US-Offiziellen könne sich diese Dynamik in der Ukraine jedoch weiter ausbreiten. Das würde es den russischen Truppen erschweren, eingenommene Gebiete zu halten, heiß es in dem CNN-Bericht.

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Erst am 16. Juni war offenbar der prorussische Leiter der Gefängnissysteme in Cherson stark verletzt. Laut CNN wurde sein Auto in die Luft gejagt. Dennoch überlebte das Ziel der Attacke die Explosion. Am 24. Juni wurde dann ein von Moskau eingesetzter Behördenvertreter bei einem Attentat getötet. „Das war ein gezielter Angriff“, gaben die russischen Behörden dort nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen bekannt. „Ein Sprengkörper war in seinem Auto angebracht.“ Am 28. Juni folgte dann der nächste Anschlag, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Ein russischer Offizieller wurde angezündet, überlebte jedoch die Attacke.

Ein Experte bezweifelte gegenüber CNN jedoch, dass die ukrainischen Widerständler in der Stadt in der Lage sind, die russischen Besatzer ernsthaft zu bedrohen. Derzeit sei das ausdrücklich nicht der Fall. Dennoch haben auch andere Stimmen angemerkt, dass Russland langfristig Probleme mit Widerstandsbewegungen jenseits des ukrainischen Heeres bekommen könnte: „Ich glaube, Russland wird eine große Herausforderung damit haben, eine stabile Regierung für Regionen einzusetzen, da Kollaborateure - die prominenteren - Attentaten zum Opfer fallen werden und andere in Angst leben werden“, sagte Michael Kofman, Direktor der Russland-Studien am „Center for Naval Analyses“.

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Nach anderen Angaben von amerikanischen Offiziellen habe Russland nicht genug Truppen in der Region um Cherson, um die komplette Kontrolle zu erlangen. Gerade, da die Angreifer Truppen in den Donbass abgezogen haben. Des Weiteren schaden CNN zufolge ukrainische Gegenattacken den russischen Truppen um Cherson.

Wie viele russische Einheiten sich in der südukrainischen Region befinden, ist nicht klar. Geografisch ist die Cherson jedoch von großer Bedeutung. Die Einnahme der Stadt wäre enorm wichtig für Russland, um einen strategischen Vorteil im Kampf um den Zugang zum Schwarzen Meer und einen sicheren Landweg zur annektierten Krim zu erlangen. (lp/AFP)

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