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Putin-Scherge Medwedew teilt gegen Westen aus und erklärt: „Russland erreicht alle gesetzten Ziele“

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Von: Patrick Freiwah

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Dmitri Medwedew war bis Mai 2012 Präsident der Russischen Föderation
Dmitri Medwedew war bis Mai 2012 Präsident der Russischen Föderation (Archivbild) © IMAGO/Valentin Egorshin

Rundumschlag von Ex-Kremlchef Medwedew gegen westliche Länder: Russland werde im Ukraine-Krieg die „gesetzten Ziele erreichen“, obwohl die USA ein „neues Afghanistan brauchen“.

Moskau/Kiew - Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland lassen weiter auf sich warten, finden dem Vernehmen nicht vor August statt. Dmitri Medwedew, ehemaliger Kremlchef, wirft den westlichen Ländern politische Impotenz vor. Der Vorgänger von Präsident Wladimir Putin (bis Mai 2012) lässt kein Zweifel daran, dass sein Land den Ukraine-Krieg letztlich für sich entscheiden werde.

„Russland erreicht alle gesetzten Ziele. Und es wird Frieden geben. Zu unseren Bedingungen“, erklärt der 56-Jährige in einem Telegram-Beitrag. Außerdem kritisiert Medwedew, der das Amt des Vizechefs des russischen Sicherheitsrates innehat, die westliche Vorgehensweise in dem Konflikt scharf: Ihm zufolge gäbe es keine Einigung zu den Bedingungen der „politisch Impotenten“ in der EU und in den USA.

Ukraine-News: Russland kritisiert Waffenlieferungen - „USA brauchen neues Afghanistan“

Während Kremlchef Putin an anderer Stelle über eine „kolossale Menge an Schwierigkeiten“ spricht, nimmt Vorgänger Medwedew zu den „unkontrollierten“ Waffenlieferungen der USA in die Ukraine Stellung: „Die USA brauchen ein neues Afghanistan, zu dem nun gezielt die Ukraine gemacht wird.“ Wie der Russe ausführt, würden sich Waffenhändler in den Vereinigten Staaten und auch der Ukraine angesichts der derzeitigen Lage „die Taschen voll hauen“.

Womit Medwedew zumindest nicht ganz falsch liegt: Die Umsätze der Rüstungskonzerne sind angesichts der Entwicklungen in der Ukraine deutlich angestiegen, auch Deutschland ist an den Waffenlieferungen beteiligt. Manche Experten bezweifeln jedoch, dass das Kriegsgerät diverser Staaten letztlich auch in der Kriegsregion landet oder gar die Verteidigungskraft stärkt.

Medwedew warnt hingegen vor einem anderen Szenario: Es bestehe die Gefahr, dass die Systeme und die Munition in die Hände von Verbrechern auf der ganzen Welt gerieten. „Für die Terroristen und die Radikalen wird es mehr todbringende Typen von Waffentechnik geben“, führte der Putin-Vertraute aus.

Ukraine-News: Russland beschießt Waffenlieferungen aus dem Westen

Derweil teilt das Verteidigungsministerium von Moskau in einem Lagebericht zum Krieg in der Ukraine mit, dass bei russischen Angriffen in Odessa am Schwarzen Meer weitere Lager mit Munition aus den USA und aus europäischen Staaten vernichtet worden seien. Zerstört worden seien auch Depots in den Gebieten Donezk, Saporischschja und Dnipropetrowsk. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Jedoch nimmt das russische Militär schon länger gezielt Waffen- und Munitionslager in der Ukraine unter Beschuss, um das Militär des EU-Beitrittskandidaten zu schwächen.

An anderer Stelle sprach Dmitri Medwedew über die von Russland annektierte Krim und den Fall, sollten die Ukraine und die Nato nicht anerkennen, dass dieser Teil zu Russland gehört:

Bei einem Treffen zwischen Putin, Erdogan und Irans Präsident Raisi in Teheran geht es vornehmlich um Syrien. Der türkische Machthaber könnte den Gipfel jedoch für eigene Machtinteressen nutzen - und dabei einen Nachteil Putins ausnutzen. (pf)

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