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Ohne Leopard-Panzer: Expertin sagt Niederlage für die Ukraine voraus

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Von: Nail Akkoyun

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Die Regierung will sich bisher nicht zu Leopard-Lieferungen verpflichten. Eine Expertin sieht dieses Verhalten im Ukraine-Krieg äußerst kritisch.

Berlin/Kiew – Während die Forderungen nach den deutschen Leopard-Panzern immer lauter werden, will sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) noch immer nicht festlegen. Das als Zögern wahrgenommene Verhalten wird sowohl national als auch im Ausland scharf kritisiert. Nun geht eine Militär-Expertin sogar noch weiter und behauptet, dass der Krieg für die Ukraine verloren sei, falls die Lieferungen ausbleiben sollten.

„Wir müssen jetzt schnell handeln. Wenn wir diese Waffen jetzt nicht liefern, dann verliert die Ukraine diesen Krieg und das ist das, was wir alle verhindern wollen. Deswegen erscheint mir das Liefern dieser Waffen alternativlos“, sagte Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele von der Hertie School of Governance in Berlin in einem Gespräch mit ORF-Moderator Armin Wolf.

Am Montagabend (23. Januar) erklärte sie in der österreichischen Sendung „Zeit im Bild 2“, dass der linke Flügel der SPD „der große Bremsklotz“ wäre, da dieser auf Verhandlungen und Besonnenheit setzen würde. Römmele zufolge verwechselt Scholz „Schweigen mit Stärke“, während die Grünen „sich als wahre Regierungspartei zeigen“.

Ein deutscher Leopard-Kampfpanzer auf dem Armeestützpunkt von Tata in Ungarn. (Archivfoto)
Ein deutscher Leopard-Kampfpanzer auf dem Armeestützpunkt von Tata in Ungarn. (Archivfoto) © Attila Kisbenedek/AFP

Panzer-Lieferungen an die Ukraine: Regierung will Drittstaaten nicht blockieren

„Es ist nicht verkehrt, hitzige Debatten zu führen, wenn es um zentrale Fragen geht. Dies muss aber hinter verschlossenen Türen geschehen. Dann muss eine schnelle Entscheidung her“, sagte Römmele. Obwohl die Bundesrepublik zu den größten Gebern im Ukraine-Krieg zähle, sei Deutschland „nicht bereit, eine Führungsrolle zu übernehmen“. Dies sei für das Ansehen enorm schädlich – denn die Expertin rechnet ohnehin damit, dass die Regierung früher oder später Leopard-Panzer an die Ukraine liefern wird.

„Es ist, als ob eine Säure allmählich jede Schicht von Vertrauen zerfrisst. Das Zögern Deutschlands könnte anhaltende Folgen für den Rest Europas haben“, sagte ein hochrangiger, nicht näher genannter Nato-Diplomat gegenüber dem US-Sender CNN. Auch innerhalb der EU wächst der Druck auf die Deutschland zunehmend.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) teilte indes im französischen Fernsehen mit, dass die Bundesregierung den Export von Leopard-Panzern von Drittstaaten nicht blockieren werde – trotz aller Kritik sind tagelang jedoch keine solchen Anträge bei der Regierung eingegangen. Wie am Dienstag (24. Januar) bekannt wurde, hat Polen inzwischen als erstes Land beantragt, einen Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine liefern zu können. (nak)

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