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Ukraine-Krise: Russland plant Atomwaffen-Großmanöver - unter Putins persönlicher Aufsicht

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Von: Kathrin Reikowski

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Russland-Ukraine-Konflikt Russische Militärfahrzeuge bereiten sich darauf vor, nach ihrer Ankunft in Belarus von einem Bahnsteig zu fahren
Russland-Ukraine-Konflikt: Russische Militärfahrzeuge in Belarus (Handout des russischen Verteidigungsministeriums) - am Samstag will Putin strategische Nuklearwaffen testen © picture alliance/dpa/Russian Defense Minis/APtry Press Service | Uncredited

Inmitten der Russland-Ukraine-Krise kündigt Putin für Samstag ein Großmanöver an. Ein Kreml-Sprecher bezeichnet die Lage im Donbass als „sehr besorgniserregend und potenziell sehr gefährlich“.

Moskau /Kiew -Der russische Präsident Wladimir Putin will am Samstag persönlich ein militärisches Großmanöver beaufsichtigen. An der militärischen Übung an den Grenzen zur Ukraine sollen strategische Einheiten und ballistische Raketen beteiligt sein, sowie die Luftwaffe und Einheiten der Schwarzmeer- und die Nordmeer-Flotte. Ziel des Manövers sei, die „strategischen Nuklearwaffen auf ihre Zuverlässigkeit“ zu testen.

Kurz vor dem Besuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) in Russland hatte der Kreml mehrere Teil-Abzüge von nahe der ukrainischen Grenze zusammengezogenen Truppen verkündet. Unter der Führung der USA bezweifelt man im Westen aber den Wahrheitsgehalt der Ankündigungen und entsprechenden Bilder - die USA um Präsident Joe Biden sprechen von einer Kriegsfinte.

Russland-Ukraine-Krise: Joe Biden ruft virtuellen Krisengipfel mit EU- und Nato-Staaten für Freitag ein

Die USA beriefen für Freitag einen virtuellen Krisengipfel ein, an dem die EU- und Nato-Spitzen sowie die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und weiterer westlicher Staaten teilnehmen sollten. AFP-Reporter berichteten am Freitag von Angriffen in der Nähe der Ortschaft Stanyzia-Luhanska, wo bereits am Donnerstag ein Kindergarten und mehr als 20 Wohnhäuser beschädigt worden waren. Ein Separatisten-Führer rief Frauen und Kinder zur Flucht aus der Ost-Ukraine auf.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich am Freitag „sehr besorgt“ zur Lage in der Ostukraine. „Was im Donbass passiert, ist sehr besorgniserregend und potenziell sehr gefährlich“, sagte er. Die Ukraine und Russland beschuldigen sich gegenseitig, den Konflikt in der Region weiter anzuheizen.

Hintergrund: Der Russland-Ukraine-Konflikt in Kürze erklärt.

Russland-Ukraine-Krise: SPD hält Moratorium von Nuklearwaffen für verhandelbar

Zur Entspannung der Lage hält SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich ein Moratorium bei der Stationierung von Nuklear- und anderer Waffen mit Russland als verhandelbar. Der russische Präsident Wladimir Putin habe ein solches Moratorium angedeutet, sagte Mützenich am Donnerstag im Deutschlandfunk. „Ich finde, wir sollten durchaus erörtern, auch im westlichen Bündnis, ob wir bei diesem Moratorium mitgehen können für einen gewissen Zeitraum.“

Was darüber hinaus unbedingt wieder stattfinden müsse, seien die verabredeten Gespräche über atomare Rüstungskontrolle und Abrüstung zwischen Russland und den USA, sagte Mützenich. Die lägen zur Zeit auf Eis. „Wir müssen jetzt eine Situation schaffen, in der es nicht weiter zu einer Kriegsdynamik oder sogar zu einem Krieg kommt“, so der SPD-Politiker. Auf der Münchner SiKo hält Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko eine flammende Rede - auch hier steht der Russland-Ukraine-Konflikt im Fokus. (dpa/AFP/kat)

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