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Ukraine: Wladimir Klitschko meldet sich als Reservist - und fürchtet im Kriegsfall gigantische Folgen

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Von: Cindy Boden

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Die Klitschko-Brüder kämpfen im Ukraine-Konflikt für ihr Land. Wladimir Klitschko erklärt, warum er sich als Reservist meldet und wie die Lage zurzeit ist.

Kiew - Die Klitschko-Brüder sind schon lange nicht mehr nur als frühere Box-Helden bekannt. Beide engagieren sich mittlerweile auch politisch - wegen des Ukraine-Konflikts ist immer wieder von ihnen zu lesen. Denn Vitali Klitschko ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Sein Bruder Wladimir Klitschko lebt ebenfalls in der Stadt und hat sich dort nun als Reservist der territorialen Verteidigung gemeldet.

Ukraine-Konflikt: Wladimir Klitschko erklärt Beweggründe, sich als Reservist in Kiew zu melden

Ob der Ex-Boxer an die Front müsste, wenn es zu einem Angriff kommen sollte, ist unklar. Doch mit seiner Entscheidung denkt er natürlich umso mehr darüber nach, wie er dem Sender Bild TV erklärte. „Meine Motivation ist die Liebe gewesen. Für meine Stadt, für mein Land, die Ukraine. Für meine Familie. Und diese Liebe ist nicht zu stoppen.“

Der Ukraine-Konflikt nimmt an Brisanz zu. Russland hat in den vergangenen Wochen zehntausende Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Deswegen gibt es Befürchtungen eines Angriffs. Russland weist die Vorwürfe aber zurück.

Klitschko erzählt von angespannter Lage in Kiew wegen Ukraine-Russland-Konflikt

In einem internationalen Konflikt bleibe immer die Frage, was der Einzelne dann tun könne, meinte Klitschko. „Die Frage stellt sich jeder und es gibt natürlich unterschiedliche Meinungen. Eine davon ist, dass man davor wegrennen kann. Andere stellen sich dieser Herausforderung und genau dazu habe ich mich entschlossen.“

Klitschko hofft, dass es zu keinem russischen Angriff kommen wird. Aber: „Dass russische Soldaten auf ukrainischem Boden sind, ist keine Überraschung mehr – das passiert schon seit 2014 im Osten der Ukraine in Lugansk und Donezk und der Annexion der Krim.“ Deshalb: „Es kann so nicht weitergehen!“ Auch die Situation in Kiew sei aktuell sehr angespannt. Man hab schon 2014 lernen müssen: „Da hat keiner daran geglaubt, dass Russland die Ukraine angreifen wird. Es ist leider passiert. Wir wollen nicht, dass mehr passiert.“ Das Land solle auf alle Fälle vorbereitet sein.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (l.) und sein Bruder Wladimir Klitschko
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (l.) und sein Bruder Wladimir Klitschko: Sie wollen die Ukraine unterstützen. © Genya SAVILOV/AFP

Russland und Ukraine: Kommt es zum Krieg in Europa?

Denn ein Krieg in der Ukraine könnte noch viel größere Folgen haben: „Ich glaube, wenn Krieg in der Ukraine herrscht, wird das nicht nur in der Ukraine oder dem Territorium der Ukraine bleiben. Ich glaube, dadurch wird auch Europa betroffen sein, definitiv“, meinte Wladimir Klitschko.

Entsprechend kam in dem Interview auch die Unterstützung des Westens zur Sprache. Gerade wegen der 5000 Helme, die Deutschland in die Ukraine schickt, gab es viel Kritik. „Es ist nie genug Unterstützung“, befand Klitschko mehrfach. „Auch wenn man schon über die Waffen spricht, dann spricht man über die Verteidigungswaffen und auf keinen Fall über einen Angriff. Wir sind eine freundliche Nation, die keinen irgendwann angegriffen hat“, betonte er. (cibo)

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