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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind wieder zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen.

Ukrainer protestieren erneut gegen Regierung

Kiew - Schon in die fünfte Woche gehen die von dem Boxer Klitschko angeführten Proteste in der Ukraine. Sie sind nach Milliardenhilfen von Kremlchef Putin zwar nicht mehr so kraftvoll. Aber auch der Putin-Gegner Chodorkowski solidarisiert sich mit den Demonstranten.

Zehntausende Menschen haben in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zum fünften Mal hintereinander bei einer großen Sonntagskundgebung gegen die prorussische Führung protestiert. „Wir haben einen Reformplan, und es gibt nur einen Weg: vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen“, sagte der Oppositionsführer und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko bei seinem Auftritt auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan.

Von Berlin aus sprach der gerade aus dem russischen Straflager entlassene Kremlgegner Michail Chodorkowski den Menschen auf dem Maidan Mut zu. Er forderte den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowisch auf, die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko freizulassen.

Chodorkowski war zuvor vom Kremlchef Wladimir Putin begnadigt worden und mit deutscher Hilfe freigekommen. Auf dem Maidan jubelten die Menschen Chodorkowski zu und bezeichneten ihn als „Molodez!“, einen prächtigen Menschen.

Per Resolution gab die ukrainische Opposition die Gründung der landesweiten Organisation „Maidan“ bekannt. Dem „Maidan“-Rat gehören neben Vertretern der parlamentarischen Opposition auch die Sängerin Ruslana sowie die Ex-Regierungschefin Timoschenko an. Ziele seien Verfassungsänderungen und ein Kurs in Richtung EU.

Die Oppositionsproteste in der Ukraine haben nach mehr als vier Wochen Dauer nun deutlich an Kraft verloren, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik Milliardenhilfen gewährt hatte. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte zuvor auf Druck Russlands auf eine engere Anbindung an die EU verzichtet - und damit die Proteste ausgelöst.

Die EU und die USA hatten sich besorgt über brutale Polizeieinsätze gegen die EU-Befürworter gezeigt. Zeitweilig waren Hunderttausende in der Ex-Sowjetrepublik für einen Regierungswechsel auf die Straße gegangen. Seit dem 1. Dezember sind der Maidan in Kiew sowie mehrere offizielle Gebäude in den Millionenstadt von Regierungsgegnern besetzt, darunter auch Kiews Stadtverwaltung.

dpa

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