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Prorussische Demonstranten formierten sich in der Stadt Charkiw vor einem Gebäude der Regional-Verwaltung. Die ukrainische Polizei nahm nach den Ausschreitungen fast 70 Personen fest.

Im Osten der Ukraine

Prorussischer Protest: Polizei greift durch

Charkiw/Kiew - Nach Ausschreitungen prorussischer Demonstranten in der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine haben die Sicherheitskräfte dort 70 Protestteilnehmer festgenommen.

Nachdem die Demonstranten mehrere Räume im Erdgeschoss des Gebäudes der Regionalverwaltung mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt hatten, sei eine "Anti-Terror-Operation" gestartet worden, bei der das Gebäude gesichert und 70 Menschen wegen "Separatismus", "Massenunruhen" und "Gefährdung der Gesundheit anderer" festgenommen worden seien, teilte die örtliche Vertretung des Innenministeriums am Dienstagmorgen mit.

Prorussische Demonstranten hatten das Gebäude am Sonntag besetzt, nach Verhandlungen mit Innenminister Arsen Awakow aber wieder verlassen. Dennoch blieb auch am Montag die Lage angespannt, wiederholt gab es Zusammenstöße zwischen den rund tausend prorussischen und einer kleineren Gruppe proeuropäischer Demonstranten.

Präsident kündigt entschlossene Verfolgung an

Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow kündigte am Dienstag im Parlament in Kiew eine entschlossene strafrechtliche Verfolgung der Festgenommenen an. "Die Behörden werden Separatisten und Terroristen, die Automatikwaffen an sich genommen haben und Gebäude besetzen, entsprechend der Verfassung und dem Recht als Terroristen und Kriminelle behandeln", sagte er.

Der Abgeordnete Nikolai Kniajitski teilte mit, der Einsatz in Charkiw sei von einer Spezialeinheit des Innenministeriums namens Jaguar ausgeführt worden. Sie sei auch weiter bereit, im Osten "gegen die Kriminellen" einzuschreiten, schrieb er offenbar mit Blick auf die Großstadt Donezk. Dort halten prorussische Separatisten ein Regierungsgebäude besetzt und riefen am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus, die in die Russische Föderation eingegliedert werden soll.

Gewalt & Protest: Unruhen im Osten der Ukraine

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Das russische Außenministerium ermahnte die Übergangsregierung in Kiew am Dienstag, keine Entscheidungen zu treffen, die zu einer weiteren Eskalation der Lage beitragen könnten. "Wir rufen dazu auf, umgehend alle militärischen Vorbereitungen einzustellen, die zum Ausbruch eines Bürgerkriegs führen könnten", erklärte das Ministerium. Vorwürfe der USA, die Proteste im Osten der Ukraine würden von Moskau gesteuert, wies das Außenamt zurück.

AFP

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