Wegen Spionagetätigkeiten inhaftiert

Festnahme von ukrainischem Journalisten löst Proteste aus

Moskau - Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen ukrainischen Journalisten wegen angeblicher Spionage festgenommen und damit Proteste in Kiew ausgelöst.

Roman Suschtschenko, der seit 2002 für die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform arbeitet, sei in Moskau bei "Spionagetätigkeiten" festgenommen worden, wurde der FSB von der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Montag zitiert.

Demnach arbeitet der Journalist angeblich für den Militärgeheimdienst seines Landes. Suschtschenko habe "Staatsgeheimnisse gesammelt", die der Verteidigungsfähigkeit Russlands schaden könnten, wenn sie ins Ausland gelangten, erklärte der FSB laut Interfax.

Ukrinform berichtete dagegen, ihr Paris-Korrespondent sei am 30. September bei seiner Ankunft zu einem Urlaub in Moskau festgenommen worden. Nach Angaben von Anwalt Mark Feigin, der bereits mehrere ukrainische Staatsbürger in Russland verteidigte, wird Suschtschenko im Gefängnis Lefortowo festgehalten.

Die Regierung in Kiew forderte die sofortige Freilassung Suschtschenkos. Suschtschenko müsse zudem "unverzüglich" Zugang zu konsularischem Beistand gewährt werden, sagte Außenamtssprecherin Mariana Beza der Nachrichtenagentur AFP. Außenminister Pawlo Klimkin werde den Fall am Montag im Europarat zur Sprache bringen.

Die Beziehungen beider Länder sind zerrüttet, seit Russland 2014 die Krim annektiert hat. Die Ukraine und der Westen erkennen die Annexion nicht an. In der Ostukraine bekämpfen sich zudem ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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