+
Nach einem Streit mit Regierungschef Arseni Jezenjuk  (Bild) hat der ukrainische Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta seinen Rücktritt erklärt.

Im Streit mit Jazenjuk

Ukrainischer Wirtschaftsminister tritt zurück

Kiew - Inmitten des Ukraine-Konflikts ist erneut ein Mitglied der ukrainischen Regierung zurückgetreten - diesmal Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta.

"Anstatt das System von gestern zu bekämpfen, habe ich mich dafür entschieden, mit Leuten zu arbeiten, die das System von morgen schaffen wollen", erklärte Wirtschaftsminister Pawlo Scheremeta am Donnerstag im sozialen Internetnetzwerk Facebook. Scheremeta lag zuletzt mit Regierungschef Arseni Jezenjuk Konflikt. Am Montag war bereits die Antikorruptionsbeauftragte der ukrainischen Regierung, die Journalistin Tetjana Schornowil, im Streit zurückgetreten.

Scheremeta sagte vor Journalisten, die Regierung habe eine "rote Linie" überschritten, als sie gegen seinen Widerstand einen Handelsbeauftragten nominierte, obwohl dieser dem Wirtschaftsministerium untersteht. Das Parlament muss dem Rücktritt des Ministers noch zustimmen. Am Mittwoch hatte Jazenjuk anlässlich einer Kabinettssitzung Scheremata harsch kritisiert: "Ich bin nicht zufrieden mit der Geschwindigkeit und dem Umfang der Reformen", sagte der Regierungschef.

Die Ukraine steckt seit mehr als zwei Jahren beinahe ununterbrochenen in einer Rezession. Im laufenden Jahr wird die Wirtschaft des Landes nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) um etwa 6,5 Prozent schrumpfen. Nur die Milliardenkredite des IWF und anderer Geber konnten das Land bisher vor einem Kollaps bewahren. Der 43-jährige Scheremeta ist ein renommierter, in den USA ausgebildeter Ökonom. Er hatte sich im Winter an den Maidan-Protesten beteiligt und war Ende Februar zum Wirtschaftsminister der Übergangsregierung ernannt worden.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Washington - Der Ton wird schärfer in Washington. Nachdem sich Donald Trump immer wieder gegen Journalisten auflehnt, kommt jetzt der Konter - direkt aus dem Weißen Haus.
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Ehemaliger US-Präsident George H.W. Bush auf Intensivstation
Houston - Sorge um den früheren Präsidenten Bush: Der 92-Jährige liegt auf der Intensivstation. Auch seine Frau Barbara wurde ins Krankenhaus gebracht.
Ehemaliger US-Präsident George H.W. Bush auf Intensivstation
Juncker: Wir werden mit Trump zurechtkommen
Berlin - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich zurückhaltend zur Zusammenarbeit mit dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump geäußert.
Juncker: Wir werden mit Trump zurechtkommen
Streit um Holocaust-Gedenken in der AfD
Dresden - Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat mit massiver Kritik am Holocaust-Gedenken der Deutschen Empörung ausgelöst - auch innerhalb der eigenen Partei.
Streit um Holocaust-Gedenken in der AfD

Kommentare