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Die JVA Landsberg bot Medien einen Rundgang durch das Gefängnis an, in dem Uli Hoeneß bald sitzen wird. Horst Seehofer fand das gar nicht gut.

Medienspektakel in JVA

Seehofer ist erbost über Hoeneß-Knast-Schau

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Landsberg - Die Tour für die Medien durch die JVA Landsberg, in der Steuersünder Uli Hoeneß bald sitzen wird, stößt Horst Seehofer sauer auf. Der CSU-Chef rügt die Justiz.

Die Knast-Tour erbost den Ministerpräsidenten. Horst Seehofer (CSU) hat Bayerns Justiz für das Medienspektakel um die Haftbedingungen von Uli Hoeneß gerüffelt. Das dürfe sich nicht wiederholen. Seehofer ordnete an, dass die Türen der Justizvollzugsanstalt Landsberg fortan für Medien zu bleiben.

Seit Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zu 42 Monaten Haft verurteilt worden war, hatten sich zahllose Redaktionen um Recherchen im Landsberger Gefängnis bemüht. Am Montag bündelte die Anstaltsleitung die Anfragen und ließ 157 Journalisten durch das Areal führen. In praktisch jeder bayerischen Zeitung folgten ganzseitige Artikel über Hoeneß’ Haftbedingungen, seine künftige Zelle, den Knast-Bolzplatz und die TV-Geräte. Voyeurismus oder ein Stück Staatsbürgerkunde über die Justiz?

Seehofer sieht mit dem Rummel eine Grenze überschritten. Er knöpfte sich laut Teilnehmern im Kabinett seinen Justizminister Winfried Bausback vor. Hoeneß habe „das gleiche Anrecht auf Privatsphäre, und das soll auch sichergestellt werden“, sagte die Vize-Regierungschefin Ilse Aigner nach der Sitzung. „Es war die Bitte des Ministerpräsidenten, dass staatliche Stellen künftig nicht mehr dazu beitragen, dass hier Tür und Tor geöffnet werden.“ Seehofer sei nicht laut geworden, aber habe „betroffen“ gewirkt, heißt es.

Der vorab informierte Bausback verteidigte das Vorgehen in Landsberg mit dem Hinweis auf das Medieninteresse und drohende Falsch-Informationen. Seehofer überzeugte das offenkundig nicht. Einige seiner Parteifreunde denken ähnlich. Die Grünen indes verteidigen die JVA-Öffnung. „Warum soll die Öffentlichkeit nicht wissen, wie eine bayerische Gefängniszelle aussieht“, twitterte Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote. Der Schritt sei sogar „überfällig“ gewesen.

Christian Deutschländer

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