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Laschet-Nachfolger könnte Desaster erben: NRW-CDU rauscht Monate vor der Wahl in den Keller

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Von: Andreas Schmid

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Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister von NRW, soll der Nachfolger von Armin Laschet werden.
Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister von NRW, soll der Nachfolger von Armin Laschet werden. © Marcel Kusch/dpa

Die CDU rutscht in Nordrhein-Westfalen weiter ab. Laschets Ministerpräsidenten-Nachfolger steht sieben Monate vor der Landtagswahl vor schwierigen Aufgaben.

Düsseldorf - Armin Laschet wird nicht mehr lange Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sein. Bei den nächsten Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland soll mit Hendrik Wüst ein neues Gesicht die NRW-CDU zum Wahlsieg hieven. In die erste Phase des Wahlkampfs geht Wüst mit einer unbequemen Hypothek. Die CDU rutscht in einer Umfrage massiv ab.

In Laschets Nordrhein-Westfalen: CDU verliert massiv an Zustimmung - SPD oben auf

Sieben Monate vor der Landtagswahl im Mai muss sich die CDU in Nordrhein-Westfalen der SPD geschlagen geben. Die Sozialdemokraten ziehen in der Wählergunst laut einer neuen repräsentativen Umfrage rasant an der momentanen Regierungspartei vorbei. Die CDU regiert in Nordrhein-Westfalen derzeit zusammen mit der FDP.

In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Bild-Zeitung legt die lange abgeschlagene SPD im Vergleich zu einer Insa-Umfrage vom Mai um 13 Prozentpunkte zu und landet damit bei 33 Prozent. Exakt so viel hatte die CDU bei der Landtagswahl 2017 in NRW erzielt. Im Vergleich zu ihrem damaligen Wahlergebnis stürzt die Landespartei des scheidenden Ministerpräsidenten Armin Laschet hier nun aber um 13 Punkte auf nur noch 20 Prozent ab und verliert damit gemessen an der Mai-Umfrage noch einmal fünf Punkte.

Die letzten Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen

seit 2017: Armin Laschet (CDU)

2010-2017: Hannelore Kraft (SPD)

2005-2010: Jürgen Rüttgers (CDU)

2002-2005: Peer Steinbrück (SPD)

Umfrage aus Nordrhein-Westfalen: FDP überholt Grüne, Linke unter fünf Prozent

Wäre jetzt schon Landtagswahl, käme es demnach zu einem Regierungswechsel in NRW, weil Schwarz-Gelb mit nur noch 35 Prozent keine Mehrheit mehr hätte. Die SPD, die 2017 mit 31,2 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 2 gelandet war, könnte nun mit Grünen oder FDP eine parlamentarische Mehrheit im Düsseldorfer Landtag erzielen.

Die FDP überholt der Umfrage zufolge mit aktuell 15 Prozent (2017: 12,6) die Grünen, die demnach 13 Prozent erreichen. Für die Ökopartei wäre das zwar ein deutlicher Zuwachs gegenüber ihrem mageren Landtagswahlergebnis von 2017 (6,4 Prozent), allerdings auch ein Ende des Umfragehochs, das sie im Mai noch bei 26 Prozent in NRW gesehen hatte.

Mit diesen Werten der beiden kleineren Parteien wären eine rot-grüne sowie eine rot-gelbe Koalition und auch ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen möglich, ebenso wie eine Koalition aus CDU und SPD. Die AfD würde laut Insa mit acht Prozent im Düsseldorfer Landtag bleiben (2017: 7,4), alle anderen Parteien würden den Einzug verfehlen - darunter die Linke mit nur vier Prozent.

Hinweise zur Umfrage

Insa hat nach Angaben der Bild-Zeitung vom 4. bis zum 11. Oktober 1000 Wahlberechtigte online befragt. Die maximale Fehlertoleranz wurde mit +/- 3,1 Prozentpunkten beziffert.

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Kann „Macher“ Wüst die CDU zum Sieg führen?

Hendrik Wüst steht also wohl vor schwierigen Aufgaben. Er soll nicht nur Ministerpräsident, sondern auch CDU-Landesgruppenchef werden. Laschet beschrieb seinen designierten Nachfolger als „einen Macher“, der eine „kluge und vorausschauende Politik“ betreibe. Wüst solle voraussichtlich am 27. Oktober im Landtag zum Regierungschef gewählt werden.

Laschet will bis zur konstituierenden Sitzung des Bundestags am 26. Oktober Ministerpräsident bleiben. Mit der Annahme des Bundestagsmandats tritt dann laut NRW-Verfassung aber eine „Inkompatibilität“ mit dem Amt des Landesregierungschefs ein. „Ab dieser Sekunde kann man nicht mehr Ministerpräsident des Landes sein“, sagte Laschet. Die Landtagswahl findet voraussichtlich am 22. Mai 2022 statt. Ein Tag, an dem Wüst wohl genauer unter Beobachtung stehen wird. (as/dpa)

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