Annalena Baerbock und Armin Laschet in der 236. Sitzung des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude. Berlin, 24.06.2
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In einer Umfrage zum Thema Klimakompetenz liegt Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) deutlich von ihrem Konkurrenten Armin Laschet (CDU).

Kein Vertrauen in Klimakompetenz

Umfrage zeigt Laschet als Flut-Verlierer - Baerbock bei entscheidendem Wahl-Thema meilenweit voraus

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Eine Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet die Kompetenz in Sachen Klimapolitik abspricht.

Düsseldorf – Die Bilanz der Hochwasser-Katastrophe, die Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der vergangenen Woche heimgesucht hat, ist verheerend. Nach aktuellen Angaben verloren 170 Menschen durch das Hochwasser ihr Leben. Das endgültige Ausmaß des entstandenen Schadens kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollends abgesehen werden. Es ist also nur logisch, dass als Folgen aus dem Hochwasser Forderungen an die Politik aus der Bevölkerung laut werden, die Arbeit zu intensivieren, um das Ausmaß solcher Krisen in Zukunft verkleinern zu können.

Armin Laschet: Kanzlerkandidat wird wegen Klimakompetenz in Umfrage abgewatscht

Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Klimaschutz. Eine solche Naturkatastrophe knapp zwei Monate vor der bevorstehenden Bundestagswahl könnte dem Themenbereich Klimapolitik auf den letzten Metern erhöhte Relevanz zuschreiben. Gerade für den Kanzlerkandidaten der Union, der bisher eher weniger durch seine Klimapolitik bestechen konnte, könnte sich die Hochwasser-Katastrophe somit auch als Stolperstein auf dem Weg ins Kanzleramt erweisen.

Zumindest zeigt sich, dass die Wähler einem potenziellen Bundeskanzler Armin Laschet nicht die nötige Kompetenz und Handlungsbereitschaft im Thema Klimaschutz zutrauen. Das ergab eine Civey-Umfrage, die der Spiegel in Auftrag gegeben hatte. Bei dieser wurden je 5000 Menschen befragt, ob sich der entsprechende Kanzlerkandidat „als Bundeskanzlerin bzw. Bundeskanzler entschieden für die Bewältigung des Klimawandels einsetzen“ würde.

Laschet auf dem letzten Platz - Baerbock erhält größtes Vertrauen beim Thema Klimapolitik

Laschet belegt im aus der Umfrage entstandenen Dreier-Ranking den letzten Platz. Lediglich 26 Prozent trauen dem CDU-Politiker diesen entschiedenen Einsatz gegen den Klimawandel zu. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz folgt auf Platz zwei. Dem Bundesfinanzminister trauen immerhin 35 Prozent entschiedenes Handeln in der Klimapolitik zu. Das Ranking wird angeführt von Annalena Baerbock. Die Grünen-Chefin konnte als einzige Kandidatin eine Mehrheit der Befragten (56 Prozent) davon überzeugen, dass sie sich als Kanzlerin entschieden gegen den Klimawandel einsetzen werde.

Doch ob das mangelnde Vertrauen der Wähler in Laschets Klima-Kompetenz am Ende ausschlaggebend für eine Wahlniederlage des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten sein könnte, bleibt zumindest unwahrscheinlich. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass der Bundeskanzler nicht direkt gewählt wird. Denn auch wenn Laschets Umfrage-Ergebnisse hinter denen seiner Konkurrenten zurückliegen, liegt seine Partei auch zwei Monate vor der Wahl in den Umfragen weiter vorne.

Bundestagswahl 2021: Trotz Hochwasser-Katastrophe - Union führt Umfragen weiter an

Zwar verlor die Union laut der aktuellen Civey-Umfrage seit dem Beginn der Hochwasser-Katastrophe drei Prozentpunkte und steht somit nur noch auf 26 Prozent, jedoch liegen CDU und CSU damit weiterhin fünf Prozentpunkte vor den Grünen (21 Prozent). Die Partei von Annalena Baerbock konnte trotz klarem Klimaschwerpunkt in den Umfragen kaum von den Auswirkungen der Hochwasser-Katastrophe profitieren und verbessert sich im Vergleich zur letzten Umfrage um einen Prozentpunkt. Ebenso wie die SPD, die sich um einen Prozentpunkt auf 17 Prozent verbessert und somit neun Prozentpunkte hinter der Union zurückliegt. AfD und FDP teilen sich mit jeweils 11 Prozent den vierten Platz, während die Linke abgeschlagen bei 6 Prozent liegt. (fd)

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