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Heißer Tanz: So sieht der Nockherberg mit seinen Darstellern das Duell zwischen Martin Schulz und Angela Merkel. 

Aktuelle Umfrage

Die Bayern finden sich mit Merkel ab

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Die CSU hat ein Treffen der Kanzlerin mit 2000 Ortsvorsitzenden verschoben, aus strategischen Gründen. Dabei scheinen sich die Bayern inzwischen mit Angela Merkels Kandidatur abgefunden zu haben - zumindest legt eine aktuelle Umfrage das nahe.

München – Für nächsten Freitag hatte die CSU eigentlich einen brisanten Termin geplant. Angela Merkel sollte in Nürnberg vor die gut 2000 Ortsvorsitzenden treten und für sich werben. Die Flüchtlings-Kanzlerin bei der CSU-Basis: Da war Zündstoff drin. Fünf, sechs wütende Wortmeldungen, geschickt nach außen lanciert, hätten den Eindruck eines Donnerwetters erzeugen können, fürchteten CSU-Strategen. Die derzeit um Harmonie bemühte Partei verschob den Termin deshalb auf den Sommer.

War das weise? Oder übervorsichtig? Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich die Stimmung gegenüber Merkel in Bayern, auch in der CSU, allmählich entspannt. Wenn sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich aktuell 50 Prozent der Bayern für Merkel entscheiden, nur 33 Prozent für den SPD-Kandidaten Martin Schulz. Von den CSU-Wählern würden 73 Prozent Merkel wählen, ergab die Umfrage des Hamburger Instituts GMS für „Sat 1 Bayern“. Vor allem diese Zahl 73 erscheint hoch. Vor ein paar Tagen sprach der CSU-Ehrenvorsitzende und überzeugte Merkel-Fan Theo Waigel noch von gut 60 Prozent. Vor einem Jahr, zur Höchstzeit der Flüchtlingspolitik, schätzte die CSU-Spitze die Wählerschaft noch dreigeteilt: Ein Drittel klar gegen Merkel, ein Drittel dafür, ein Drittel unentschlossen.

Die Stimmen aus Bayern sind für Merkels Zukunft existenziell. Erleichtert dürfte man im Kanzleramt feststellen, dass sich die CSU von der Schwächephase der CDU bisher abgekoppelt hat. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden die Bayern mit 45 Prozent CSU wählen und mit nur 22 Prozent SPD. Weit dahinter: Grüne (8), AfD (9), FDP (6), Linke (4) und FW (3).

Einen großen Schulz-Effekt gibt es in Bayern nicht. Bei den wichtigsten Kompetenzwerten liegt Merkel vor dem SPD-Kandidaten: Internationales Ansehen (67:23), Führungsstärke (52:31), Kompetenz (46:34), Glaubwürdigkeit (44:28) und Sympathie (39:29). Ein Warnsignal für die Union gibt es allerdings: Die Leberkäs-Etage wird mit Schulz verbunden. Mit 45:27 führt er in der Frage „versteht die Sorgen und Nöte der kleinen Leute“. CSU-Chef Horst Seehofer will nun auf Merkel weiter einwirken, nicht nur als die Außenpolitik-Kanzlerin aufzutreten.

Wie sie selbst in die Bundestagswahl ziehen will, berät die CSU heute weiter. Am Nachmittag holt Seehofer die Bezirksvorsitzenden zu sich, dazu die Chefs der Arbeitsgemeinschaften (unter anderem Junge Union, Frauen-Union und Vertriebene). Ziel ist, bis zu einem zweiten Treffen Anfang April einen Modus für die Reihung der Bundestagsliste zu finden. Die Plätze dort sind bei den Bewerbern ohne Wahlkreis heuer massiv umkämpft. Um die ersten Plätze balgen sich der Münchner Vertriebenenpolitiker Bernd Fabritius, Oberbayerns JU-Chef Tobias Zech, Astrid Freudenstein (FU) und Katrin Albsteiger aus Schwaben, alles amtierende Abgeordnete.

Sollte ein Minister aus München in den Bundestag wechseln wollen – Joachim Herrmann etwa –, würde er natürlich den ersten Platz bekommen. Nach den aktuellen Werten sei man aber „nicht euphorisch“, dass mehrere Listenkandidaten ins Parlament kommen, heißt es in der CSU. 

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