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Warnschuss für Söder: CSU rutscht in Umfrage völlig ab

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Von: Mike Schier, Christian Deutschländer

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer PK
Der neue Bayerntrend des BR dürfte Markus Söder nicht gefallen. © Peter Kneffel/dpa

Das wird Markus Söder und der CSU nicht gefallen: Im neuen „Bayerntrend“ des BR verliert die Partei deutlich. Skeptiker hatten sogar noch Schlimmeres befürchtet.

München – Die CSU ist im BR-Bayerntrend von Infratest dimap vom Januar 2022 deutlich gesunken. Im Vergleich zur letzten landespolitischen Erhebung vom Januar 2021 verliert die CSU gleich zwölf Prozentpunkte auf 36 Prozent.

Größte Gewinner waren die SPD (14 Prozent/+7 Punkte), die FDP (7/+4) und die AfD (10/+3). Die Freien Wähler liegen unverändert bei 8 Prozent. Verlierer sind die Grünen (16/-3). Die bayerische Koalition aus CSU und Freien Wählern hätte aktuell keine Mehrheit. Die nächste Landtagswahl findet im Herbst 2023 statt.

Bayerntrend: Weniger Zufriedenheit mit Söder – auch Aiwanger büßt Sympathien ein

Der Bayerntrend, regelmäßig in Auftrag gegeben vom BR-Magazin „Kontrovers“, ist die wichtigste Umfrage der Landespolitik. Alle Parteien schauen genau, wie sich Beliebtheitswerte und Kompetenz-Daten entwickeln. Dass der Ministerpräsident und sein Vize beide stark verlieren, fällt deshalb ins Gewicht: Ministerpräsident Markus Söder verliert acht Prozentpunkte – 55 Prozent sind noch mit ihm zufrieden. Bei dem einst sehr populären Hubert Aiwanger sind es 36 Prozent Zufriedenheit (minus 18). Hat da das öffentliche Zögern beim Impfen mehr Sympathien gekostet als gebracht?

Insgesamt geht die Zufriedenheit der Bayern mit ihrer Landesregierung gerade in der Corona-Politik deutlich zurück. Nur noch acht Prozent der Befragten sind mit dem Kurs in der Pandemiebekämpfung sehr zufrieden (minus 7) und 39 Prozent zufrieden (minus 6), erstmals ist eine Mehrheit der Bayern weniger zufrieden (32 Prozent) oder gar nicht (32).

Zum Bayerntrend-Ritual gehört, dass sich die Parteien die angenehmen Werte rauspicken. Im „Der Pfeil für die CSU zeigt deutlich nach oben“, sagt also Generalsekretär Markus Blume, weil er die 32 Prozent vom Bundestags-Wahlabend (mit dem Kanzlerkandidaten Armin Laschet) als Maßstab nimmt. „Die Richtung stimmt.“ Für ein Ampel-Bündnis gegen die CSU in Bayern gebe es definitiv keine Fantasie. Ohne die CSU laufe beim Regieren nichts. Bei der Landtagswahl 2018 kam die CSU 37,2 Prozent.

Bayerntrend: Söders Zufriedenheitswert schlechter als bei Kanzler Scholz

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sieht „Luft nach oben“. Er würde die Grünen gerne als Modernisierungspartei etablieren: „Bei einer sauberen Energieversorgung, bei fairen Preisen und Wertschätzung für die Landwirtschaft, beim klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.“ Sein FDP-Kollege Martin Hagen lobt dagegen das beste Ergebnis seiner Partei seit zwölf Jahren. „Es zahlt sich aus, dass wir in der Corona-Politik auch bei rauem Gegenwind Kurs gehalten haben.“

Söders persönliche Werte sind auch im bundesweiten Vergleich schwierig: Seine Zufriedenheitswerte von 55 Prozent liegen deutlich hinter Daniel Günther (Schleswig-Holstein/72 Prozent), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern/71), Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz/66) oder Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg/65). Selbst der Linke Bodo Ramelow ist in Thüringen mit 56 Prozent beliebter. Der Fairness halber sollte man aber dazu sagen, dass die Werte zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeholt wurden – in Corona-Zeiten sind die Ausschläge aber oft sehr stark. Mit Bundeskanzler Olaf Scholz sind aktuell übrigens 60 Prozent zufrieden.

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