Unterschiede zwischen Ost und West

Umfrage zur Bundestagswahl: Laschets Union nach Wochen wieder vorn - Baerbock rutscht gewaltig ab

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Die Union hat die Grünen im RTL/ntv-„Trendbarometer“ wieder überholt. Für Grünen-Kandidatin Baerbock geht es in der Kanzlerfrage weiter abwärts.

Berlin - Fünf Wochen schafften es die Grünen im RTL/ntv-„Trendbarometer“ vor die Union. Das ist nun erst einmal vorbei. Im aktuellen Ergebnis vom 2. Juni erlangt CDU/CSU 25 Prozent und gewinnt damit im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt. Die Grünen verlieren hingegen einen Punkt und landen nun bei 24 Prozent. Ihr schlechtestes Ergebnis seit Ende April.

Und auch das Rennen dahinter bleibt spannend. Schon bei einer INSA-Umfrage vom 31. Mai kam die FDP der SPD näher. Im aktuellen „Trendbarometer“ liegen Sozialdemokraten und Liberale sogar mit jeweils 14 Prozent gleichauf. Für die FDP das beste Umfrageergebnis dieser wöchentlichen Befragung seit der Bundestagswahl 2017. Die AfD verliert einen Prozentpunkt und kommt auf neun Prozent. Die Linke würde unverändert sechs Prozent der Stimmen erhalten, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt demnach bei 26 Prozent.

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: Union vor den Grünen - Mehrere Koalitionen möglich

Denkbare Koalitionsoptionen mit diesem Umfrageergebnis sind folgende:

  • eine schwarz-grüne Koalition
  • ein „Ampel-Bündnis“ aus Grünen, SPD und FDP
  • eine „Deutschland-Koalition“ aus Union, SPD und FDP

Grünen-Kandidatin Baerbock rutscht ab - Laschet legt bei Kanzlerfrage leicht zu

Auch in der Kanzlerfrage schrumpft der Vorsprung von Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock. Wenn die Deutschen Kanzlerin oder Kanzler direkt wählen könnten, würden sich laut „Trendbarometer“ derzeit 24 Prozent für Baerbock entscheiden. Damit sinkt ihr Zuspruch im Vergleich zur Vorwoche um vier Prozentpunkte. Im Vergleich zum Zeitpunkt kurz nach ihrer Nominierung (vor fünf Wochen) sind es sogar acht Prozentpunkte weniger. Armin Laschet von der Union kann hingegen einen Prozentpunkt zulegen und kommt momentan auf 19 Prozent. Olaf Scholz von der SPD würde unverändert 14 Prozent erreichen. Der Rest zu 100 Prozent sind Personen, die sich für keinen der drei Kandidaten entscheiden würden - immerhin 43 Prozent.

Eine Woche später zeigt sich ein ähnliches Bild - und der Schwund der Grünen setzt sich in der Umfrage nahtlos fort.

Wahlverhalten in Ost- und Westdeutschland: Unterschiede vor allem bei Grünen, AfD und Linke

Interessant ist auch ein Ost-West-Vergleich - denn über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das Wahlverhalten noch gespalten. Während die Grünen in Westdeutschland derzeit mit 26 Prozent stärkste Kraft wären, kommt die Partei in Ostdeutschland nur auf zwölf Prozent. Und auch bei den Stimmen für die AfD ist der Unterschied groß. In Ostdeutschland würde sie mit 21 Prozent zwei Prozentpunkte hinter der CDU landen, in Westdeutschland hingegen nur bei sieben Prozent.

Zur Übersicht hier noch einmal die Werte für alle Parteien im aktuellen RTL/ntv-„Trendbarometer“:

ParteiDeutschlandweites UmfrageergebnisUmfrageergebnis in WestdeutschlandUmfrageergebnis in Ostdeutschland
CDU/CSU25 Prozent25 Prozent23 Prozent
Grüne24 Prozent26 Prozent12 Prozent
SPD14 Prozent15 Prozent12 Prozent
FDP14 Prozent15 Prozent10 Prozent
AfD9 Prozent7 Prozent21 Prozent
Linke6 Prozent4 Prozent13 Prozent

Noch vergehen bis zur Bundestagswahl am 26. September 2021 knapp vier Monate. Bis dahin kann sich in den Umfrageergebnissen also noch einiges ändern. Am kommenden Sonntag (6. Juni) wählen die Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt aber bereits einen neuen Landtag. Auch für die Bundespolitik und den weiteren Wahlkampf ist das Abschneiden der Parteien dort von Bedeutung. Wer in dem Bundesland die Spitzenkandidaten sind, können Sie hier bei Merkur.de nachlesen. (cibo)

Hinweise zur Umfrage

Die Daten für das „Trendbarometer“ hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Erhebungszeitraum für die aufgeführten Werte ist der 25. bis 31. Mai 2021. Befragt wurden 2500 Personen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkte.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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