Nächster Dämpfer

Umfrage-Absturz für die Union: Söder statt Laschet in der Schusslinie - Grüne bauen Vorsprung aus

  • Robert Märländer
    vonRobert Märländer
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Einmal mehr ist die Union in Umfragen zur Bundestagswahl abgerutscht. Bei der Suche nach den Schuldigen steht Markus Söder plötzlich weit vorne.

München - Die Union und Armin Laschet erleben einen weiteren Tiefschlag. Die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl zeigen nicht nur die Grünen in Führung, sondern bestätigen ein großes Problem des Kanzlerkandidaten: Die Mehrzahl der Befragten würde anderen Kandidat:innen den Vorzug geben, wenn sie bei der Bundestagswahl 2021 direkt entscheiden könnten.

Die neuesten Zahlen kommen vom Institut Kantar für die Bild am Sonntag. In der Vorwoche sah Kantar die Union bereits hinter Bündnis 90/Die Grünen. Der Abstand von nur einem Prozentpunkt hat sich aber vergrößert. Er ist damit größer als in einer aktuellen YouGov-Umfrage und fast so drastisch wie zuvor in einer Forsa-Umfrage prognostiziert. Die Union verliert drei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche, während die Grünen einen verlieren. SPD und FDP haben jeweils zwei Prozentpunkte gewonnen. Im Folgenden die genauen Zahlen der Umfrage zur Bundestagswahl 2021.

Die aktuellen Umfragewerte der Parteien vor der Bundestagswahl

  • Grüne: 27 %
  • CDU/CSU: 24 %
  • SPD: 15 %
  • FDP: 11 %
  • AfD: 10 %
  • Die Linke: 7 %

Umfrage zur Bundestagswahl: Bei Kanzlerkandidaten ist Laschet weit hinter Baerbock

Eine weitere Umfrage, die Bild am Sonntag zitiert, dürfte für die Union ebenfalls ein Alarmsignal sein. Das Institut INSA hat in einer repräsentativen Umfrage zur Bundestagswahl danach gefragt, wen die Deutschen direkt ins Kanzleramt wählen würden. Armin Laschet wird dabei von den beiden weiteren Kanzlerkandidat:innen überholt. Während sich nur 15 Prozent der Befragten für Laschet entschieden haben, bekommt Olaf Scholz (SPD) 16 Prozent. An der Spitze liegt die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 26 Prozent.

Söder verbreitet Optimismus - und wird von CDU-Ministerpräsident abgewatscht

Während sich CDU und CSU abwärts bewegen, bemühen sich die Schwesterparteien um Optimismus. So erklärte CSU-Chef Markus Söder, der erst nach langem Kampf auf die Kanzlerkandidatur verzichtete, gegenüber Welt am Sonntag: „Die Union hat beste Chancen, das Kanzleramt wieder zu erobern.“ Er lenkt den Blick auf das Zusammenspiel von Wirtschaft und Ökologie, wo die Union besser aufgestellt sei als andere Parteien. „Die Grünen denken nur an radikalen Umweltschutz, ohne die Folgen für Arbeitsplätze im Blick zu haben“, erklärt Söder. „Die FDP hat vor allem radikale Marktinteressen im Blick, ohne die Nachhaltigkeit stärker zu bedenken. Nur die Union kann beides verbinden und kann damit am Ende erfolgreich sein.“

Während die Umfragen für die Bundestagswahl 2021 bei der Union düster aussehen, kam aus der CDU auch harte Kritik an Markus Söder. Der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Daniel Günther, griff seinen Amtskollegen dafür an, dass er aus Bayern deutliche Sticheleien gegen den CDU-Kandidaten Laschet gerichtet hatte. Günther erinnerte an eine Aussage Söders von Ende April, die Laschet indirekt eine Politik „Helmut Kohl 2.0“ vorwarf. Mit Blick auf den Kampf um die Kanzlerkandidatur bemerkte Günther: „Das ist eben das CSU-Verständnis von ‚Akzeptieren ohne Groll‘.“ Der Ministerpräsident aus dem Norden verwies darauf, dass sein Parteivorsitzender große Qualitäten als Wahlkämpfer hat. Zu diesem Zeitpunkt noch den Kanzlerkandidaten auszuwechseln, bezeichnete er als „fernab jeder Vorstellungskraft“. (rm mit dpa)

Rubriklistenbild: © AFP/Tobias Schwarz

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