Bundestagswahl im September

Umfrage: Laschet-Kurve macht gewaltigen Knick - Baerbock hat wenig zu lachen

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Einer der drei Kanzlerkandidaten schafft bei der Insa-Befragung zurzeit einen Aufstieg: SPD-Mann Scholz. Laschet und Baerbock hingegen schauen von unten zu.

Berlin - Was Armin Laschet wohl gerade denkt, wenn er auf seine Umfragewerte blickt? Wenn solche Zahlen in die Extrema reichen - sowohl hoch als auch tief -, erinnern Politiker gern mal daran: „Da kann sich noch so viel verändern, da gebe ich nicht so viel drauf.“ Stimmt auch, bis zur Bundestagswahl sind es noch knapp zwei Monate - und die letzten haben bereits gezeigt, welche Achterbahnfahrt da dieses Jahr drinsteckt. Doch schön ist es für den Unions-Kandidaten zurzeit auf jeden Fall nicht.

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: Laschet nur noch bei 13 Prozent

Bei einer Momentaufnahme des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Bild am Sonntag (1. August) kommt der CDU-Politiker Laschet in der Kanzler-Direktfrage nur noch auf 13 Prozent. Könnten die Deutschen ihren Kanzler also direkt wählen, würden dieses Mal noch einmal weniger für ihn votieren. In der Vorwoche kam Laschet noch auf 15 Prozent, im Vergleich zu vor zwei Wochen verliert er ganze sieben Prozentpunkte. Vom neuen Höchstwert wieder weit nach unten.

Zuletzt gab Laschet* kein gutes Bild in den Hochwassergebieten ab, außerdem musste er sich für eine fehlende Quelle in seinem Buch entschuldigen. Dinge, die nicht nur seinem Unions-Kollegen, CSU-Chef Markus Söder, nicht so ganz zu gefallen scheinen. Der jedenfalls will endlich wieder mehr auf Inhalte setzen.

Noch knapp zwei Monate bis zur Bundestagswahl: Dreht sich das Rennen wieder?

Und nicht nur er: Immer wieder ist die Tage zu hören, dass endlich mehr auf Inhalte in diesem Wahlkampf geachtet werden soll. Ganz vorn dabei bei diesem Wunsch: die Grünen. Schließlich musste sich ihre Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock schon genug mit persönlichen Fehltritten rumschlagen (Stichworte Nebeneinkünfte, Lebenslauf, Buch, N-Wort).

Baerbock kann bisher nicht von Laschets tiefem Fall profitieren. Sie landet diese Woche wie er laut Insa bei 13 Prozent. Lachender Dritter - und das mit Abstand - ist derzeit also Olaf Scholz von der SPD. Er klettert weiter auf 22 Prozent. Doch so wirklich kann er diesen Schwung nicht mit auf seine Partei übertragen. Und: 38 Prozent würden keinen der drei Kandidaten wählen, zehn Prozent wissen es noch nicht, die anderen wollten keine Angabe machen.

In der Sonntagsfrage bleibt die Union vorn, wenn auch sicherlich hinter ihren Erwartungen: CDU und CSU erreichen 27 Prozent. Die Grünen kommen auf 18 Prozent, die SPD auf 17 Prozent. Die FDP bleibt bei 13 Prozent, ebenso wie die AfD mit 11 Prozent. Nur die Linke verliert im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und landet nun bei 6 Prozent. Es mehren sich die Fragen, ob es die Partei dieses Jahr überhaupt wieder ins Parlament schafft. Bei diesem Ergebnis hätten weder die GroKo noch Schwarz-Grün eine Mehrheit im Bundestag.

Wer kommt ins Kanzleramt - Laschet, Baerbock oder Scholz? Briefwahl wird wichtig

In Stein gemeißelt ist das alles noch nicht - doch die heiße Phase des Wahlkampfes beginnt. Vor allem, weil dieses Jahr der Briefwahl eine höhere Bedeutung zukommen könnte, werden die Parteien und Kandidaten schon im August noch mal ordentlich die Werbetrommel rühren. Unentschlossene haben aber dennoch bis zum 26. September, 18 Uhr Zeit für eine Entscheidung. (cibo) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Hinweise zur Umfrage

Insa hat für die Bild am Sonntag vom 26. bis zum 30. Juli insgesamt 1196 Menschen die „Sonntagsfrage“ gestellt: „Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, wie würden Sie wählen?“ Die maximale Fehlertoleranz liege bei 2,9 Prozentpunkten. Am 30. Juli wurden darüber hinaus 1001 Menschen befragt, wen der drei Kanzlerkandidaten sie wählen würden.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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