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Panik in der Union: Aufstand der Wähler gegen Laschet - Söder will nun sich selbst retten

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Von: Georg Anastasiadis

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Die CDU hat eine Wahlklatsche kassiert - nun muss die Union das Machtvakuum füllen, kommentiert Georg Anastasiadis.
Gegen Armin Laschet scheint ein Aufstand der Wähler zu laufen, kommentiert Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. © imago/Sven Simon/MM/fn

Lange herrschte bei CDU und CSU der Glaube vor, dass die Wahl nur mit einem Unionskanzler enden könne. Er weicht gerade blanker Panik. Kommt jetzt doch Markus Söder? Kommentar von Georg Anastasiadis.

Zweifel waren von Anfang an die treuesten Wegbegleiter von Armin Laschet. Doch was dem Unions-Kanzlerkandidaten in den Wochen seit der Flut entgegenschlägt, hat eine neue Qualität: Die Ablehnung nimmt täglich mehr Züge eines Aufstands der Wähler gegen den als schwankend und unprofessionell wahrgenommenen CDU-Chef an. Und immer mehr Parteifreunde fragen sich, auch angefeuert durch Andeutungen aus München, wo das noch hinführen mag: in die Opposition? Möglich. Oder zu einem fliegenden Kandidatenwechsel hin zu Markus Söder? Nein. Wer Laschets Nehmerqualitäten und seine Nervenstärke kennt, der ahnt: Für ihn gibt es kein Zurück mehr.

Armin Laschet erlebt Aufstand der Wähler - doch ein Rückzug ist unmöglich

Alles oder nichts, die Kanzlerschaft oder der Sturz in den politischen Untergang – das ist die Alternative, vor der Laschet fünf Wochen vor der Bundestagswahl steht. Ein Rückzug jetzt würde unweigerlich zum Verlust sämtlicher Ämter führen und damit zu keinem anderen Ergebnis als eine Niederlage am 26. September. Dann übernähme im dritten Anlauf womöglich doch noch Friedrich Merz die CDU, der Parteiliebling, den Laschet nur mit Hilfe des Merkel-Establishments bezwingen konnte.

Es wäre die nachträgliche Abrechnung der CDU mit der Ära Merkel, aber vermutlich auch das Eingeständnis, dass nach der SPD auch die Union aufhört Volkspartei zu sein, weil sie die ökologischen und urbanen bürgerlichen Milieus nicht mehr ausreichend binden kann.

CDU-Granden haben wichtige Lehre missachtet - Söders Raunen ist vor allem Selbstschutz

Die CDU-Granden, die den von der Mehrheit der Wähler ungewollten Kandidaten Laschet durchsetzten (und erst Merz und dann Söder verhinderten), haben einen kategorischen Imperativ der Demokratie missachtet: Kandidaten müssen den Wählern gefallen - und nicht dem Parteivorstand. Doch jetzt, da schon die Briefwahlunterlagen gedruckt sind, können sie ihn nicht mehr fallen lassen. Die Union würde sich endgültig zum Gespött machen. Das weiß auch Söder.

Dessen Raunen hat ein anderes Ziel als den Wunsch, Laschet die Kandidatur in letzter Sekunde noch zu entwinden. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass nicht nur die CDU, sondern auch Söders CSU auf eine schwere Wahlhavarie zusteuert, mit dem Verlust vieler Mandate. Für den Münchner Regenten wäre es bereits die zweite von ihm mitzuverantwortende schwere Niederlage. Da kann es nicht schaden, schon jetzt für alle sichtbar mit dem Finger auf den aus seiner Sicht wahren Schuldigen zu zeigen.

Georg Anastasiadis

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