In den „Tagesthemen“

Laschets Umfrage-Debakel: CDU-Politiker sieht Söders Zahlen als das größte Problem

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
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Die Umfragen schlecht, die Stimmung mau. Die Union gibt derzeit nicht ihr bestes Bild ab. Nun wird auch über einen Kanzlertausch diskutiert.

Berlin - Hilfreicher Appell im Zuge des Wahlkampfes oder kontraproduktives Eigentor? Aktuell äußern sich immer mehr Unions-Politiker zur Lage innerhalb der eigenen Partei. Weil dabei teils deutliche Worte gewählt werden, stellt sich die Frage, inwiefern das der ohnehin nicht ganz sattelfest wirkenden CDU/CSU helfen soll.

Bundestagswahl: Wanderwitz mit „Weckruf zur richtigen Zeit“? Kritik an Laschet und Union

Erst stagnierten die Umfragewerte, nun sinken sie. Die Union rangiert bei den Befragungen zur Bundestagswahl zwar weiterhin auf Rang eins, doch der Vorsprung zur Konkurrenz schmilzt. SPD und Grüne sind der jahrelangen Kanzler-Partei auf den Fersen. Erschwerend hinzu kommt: CDU-Chef Armin Laschet ist laut Umfragen der unbeliebteste aller Kanzlerkandidaten. Die Kritik an ihm wächst.

Der CDU-Politiker Marco Wanderwitz ist aufgrund der aktuellen Situation hart mit der Union ins Gericht gegangen. Die Abstimmung Ende September sei „völlig offen“, sagte Wanderwitz am Donnerstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Es sei „uns allen miteinander“ bisher offensichtlich nicht gelungen, in dem Maße zu überzeugen „mit unseren Personalangeboten und auch mit unseren inhaltlichen Angeboten, wie wir uns das selbst wünschen“. Es gebe ein gutes Wahlprogramm von CDU und CSU, „und das müssen wir jetzt an Frau und Mann bringen“. Wanderwitz sprach von einem „Weckruf zur richtigen Zeit“.

Ostbeauftragter Marco Wanderwitz (Archivbild)

Bundestagswahl: Wanderwitz über Söder-Laschet-Tausch - „Diese Umfragen sind das Problem“

Angesprochen auf eine Umfrage, in der Unionsanhänger sich mehrheitlich wünschten, CSU-Chef Markus Söder solle Laschet ersetzen, sagte Wanderwitz: „Diese Umfragen sehe ich natürlich auch, die sehen auch unsere Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer, die sehen die Kandidatinnen und Kandidaten. Und ja, sie legen dort den Finger sozusagen in die Wunde. Diese Umfragen sind das Problem und deswegen müssen wir daran arbeiten, dass die Umfragen sich ändern.“

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung sagte weiter: „Ich möchte diese Wahl gerne gewinnen und das setzt voraus, dass auch die beiden Parteivorsitzenden und viele darüber hinaus im Team Hand in Hand miteinander arbeiten und nicht mit dem Finger aufeinander zeigen“. (as/dpa)

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