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Neue Bundestagswahl-Umfrage: Laschet holt ordentlich auf - doch Experte nennt großen Scholz-Vorteil

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Von: Andreas Schmid

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In wenigen Tagen ist Bundestagswahl: Kurz vor dem Gang zur Wahlurne kann die Union in einer aktuellen Umfrage den Rückstand auf die SPD verkürzen.

Berlin - Armin Laschet gab sich am Montag, sechs Tage vor der Bundestagswahl, kämpferisch. Der Kanzlerkandidat der Union sagte im Konrad-Adenauer-Haus: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Union diese Wahl gewinnen wird.“ Die Bundestagswahl werde „am Wahltag entschieden“ und nicht in Umfragen. Die hatten Laschet und die CDU/CSU zuletzt hinter der SPD gesehen. Laut einer neuen Meinungserhebung ist das zwar auch weiterhin der Fall, aber: Die Union kann den Rückstand deutlich verkürzen. (Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Bundestagswahl-Umfrage: Rückstand fast halbiert - Union holt auf SPD auf

Im Insa-Meinungstrend im Auftrag der Bild-Zeitung landet die Union mit 22 Prozent auf dem zweiten Platz. Im Vergleich zur letzten Insa-Erhebung bedeutet das ein Plus von 1,5 Prozent. Die SPD muss hingegen einen Prozentpunkt einbüßen, rangiert mit 25 Prozent aber weiterhin an der Spitze.

Nun decken sich die Ergebnisse mit den Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute, die beide Altparteien ungefähr in dem Bereich von 21-22 Prozent beziehungsweise 25-26 Prozent gesehen hatten. Betrachtet man aber ausschließlich die Insa-Umfragen, so sind die aktuellen Ergebnisse ein Erfolg für Armin Laschet. Dass die Union binnen einer Woche den Abstand auf die SPD nahezu halbiert haben, dürfte im Konrad-Adenauer-Haus gefeiert werden.

Insa-Chef Hermann Binkert analysiert die Ergebnisse wie folgt: „Der Abstand zwischen den beiden großen Parteien schmilzt. Sowohl Armin Laschet als auch Olaf Scholz können Kanzler werden.“ Aber: „Scholz hat mehr Optionen“, so Binkert mit Blick auf die möglichen Koalitionen.

Bundestagswahl-Umfrage: Grüne auf Rang 3 - FDP und AfD verlieren leicht

Hinter der CDU/CSU folgen derweil die Grünen mit unverändert 15 Prozent. Angesichts der 8,9 Prozent bei der letzten Bundestagswahl ist das gewiss als Erfolg zu werten. Angesichts der in der Vergangenheit weitaus besseren Umfragewerte gleichzeitig aber auch als Niederlage.

Hinter den Grünen folgen FDP (12 Prozent / -0,5) und AfD (11 Prozent / - 0,5). Beide Parteien bewegen sich seit Wochen in den Umfragen zwischen 10 und 13 Prozent. Die Linkspartei kommt laut Insa auf 6,5 Prozent (±0), die sonstigen Parteien erreichen gemeinsam 8,5 Prozent (+0,5).

Hinweis zur Umfrage

Für den Insa-Meinungsttrend im Auftrag der Bild wurden vom 17. bis zum 20. September 2021 insgesamt 2054 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Bundestagswahl: Folgende Koalitionen sind laut der Umfrage möglich

In die möglichen Regierungsbündnisse nach der Wahl bringt die aktuelle Umfrage derweil keine allzu große Bewegung. Unter Führung der SPD wären sowohl eine Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) als auch ein rot-grün-rotes Bündnis (SPD, Grüne, Linke) möglich.

Rechnerisch möglich, aber unwahrscheinlich sind auch ein Deutschland-Bündnis (SPD, Union, FDP) oder eine Kenia-Koalition (SPD, Union, Grüne) mit sozialdemokratischer Führung sowie eine Fortführung der Großen Koalition mit der Union. Die SPD hatte eine GroKo zuletzt zwar nicht kategorisch ausgeschlossen, sich dahingehend aber durchaus skeptisch geäußert. „Ich will keinen Hehl daraus machen, dass ich am liebsten eine Regierung mit den Grünen bilden möchte“, sagte Scholz im letzten TV-Triell und schob mit Blick auf die CDU/CSU hinterher: „Ich glaube, dass die meisten Wählerinnen und Wählern sich wünschen, dass die Union in der Opposition ist.“

Unter Führung der CDU kommt laut aktuellen Umfragen nur eine Jamaika-Koalition (Union, Grüne, FDP) infrage. Die Freien Demokraten warben in Person von Parteichef Christian Lindner intensiv um Jamaika, die Grünen sehen sich inhaltlich aber deutlich näher an der SPD. „Die Union steht für eine Politik von gestern“, meinte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im Triell. Sie gehöre in die Opposition. Doch das entscheiden am Sonntag die Wählerinnen und Wähler. (as)

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