SPD hat Union fast eingeholt

„Dramatischer“ Umfrage-Trend: Laschet geht baden - nun wird Söder in interner Sitzung deutlich

Eine neue Umfrage sieht den Vorsprung der Union beinahe aufgebraucht - und auch Kanzlerkandidat Laschet erlebt verheerende Zustimmungsdaten. Markus Söder schlägt deshalb Alarm.

Berlin/ München - Die Umfragewerte der Union zur Bundestagswahl sehen alles andere als rosig aus. Neueste Umfragen zeigen - teils - eine weitere Zuspitzung: In einer Erhebung des Instituts Emnid/Kantar ist der Vorsprung auf die SPD beinahe aufgebraucht. Der Kanzleranwärter der Union kommt zugleich in der Wählergunst äußerst schlecht weg: Nur 14,7 Prozent der befragten Personen halten Armin Laschet (CDU) in einer Civey-Befragung für einen guten Kanzlerkandidaten.

Umfrage-Klatsche vor der Bundestagswahl: Union nur noch knapp vor Scholz‘ SPD

Laut Umfragewerten des Instituts Kantar, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, liegt die Union mit 22 Prozent nur noch einen Prozentpunkt vor der SPD mit 21 Prozent. Dicht dahinter folgen die Grünen mit 19 Prozent. Die FDP kam bei der Umfrage auf 12 Prozent, die Linke auf sieben und die AfD erreichte 11 Prozent. Im Vergleich zu vorherigen Umfragen im Juli zeichnet sich bei der Union ein Verlust an potenziellen Wählerstimmen ab.

Angesichts der Umfragewerte zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei einer Präsidiumssitzung seiner Partei am Donnerstag (19. August) beunruhigt. Mit den Worten, der derzeitige Trend sei „dramatisch“ habe Söder Alarm geschlagen, berichteten Teilnehmer der Runde der dpa. „Sechs Wochen vor der Wahl über einen möglichen Austausch von Kandidaten zu reden, zeigt, wie schwer die Lage ist“, wird Söder zudem von der Bild zitiert. Er hatte in einem Interview mit dem Blatt zuletzt vielsagend auf Umfragen reagiert, die ihn als bevorzugten Kanzlerkandidaten großer Teile der Unions-Wählerschaft auswiesen.

Umfrage: Meinung der Deutschen zu Laschet ist schlecht - Unionswähler sind gespalten

Ein weiteres Schlaglicht auf die Misere warf am Donnerstag das Meinungsforschungsinstituts Civey. Dieses hat für die Augsburger Allgemeine am die Bürgerinnen und Bürger repräsentativ nach ihrer Meinung zu den Kanzlerkandidaten befragt. Knapp drei Viertel der Deutschen (73,9 Prozent) haben demnach eine negative Meinung vom CDU-Parteichef. 46,3 Prozent gaben sogar an, eine „sehr schlechte“ Meinung von Armin Laschet zu haben.

Selbst unter den Wählerinnen und Wähler der Union sind die Meinungen gespalten. 43,9 Prozent stehen hinter Laschet, 37,6 Prozent wünschen sich hingegen einen anderen Kandidaten. In den anderen politischen Lagern wird Laschet vor allem kritisch gesehen. Besonders die Grünenwähler sind Laschet gegenüber negativ eingestellt: Nur 1,5 Prozent haben eine positive Meinung von Merkels Nachfolger, 95 Prozent sehen ihn kritisch.

Laschet war zuletzt anhaltend in der Defensive. Für viel Diskussion sorgten zum Beispiel Bilder, auf denen Laschet im Hochwassergebiet scherzte, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede hielt. Zuletzt wurde er auch für seine Äußerungen zur Lage in Afghanistan kritisiert, als er sagte„2015 darf sich nicht wiederholen“.

Bundestagswahl: Schlechte Umfragewerte für die Union - doch ein Institut sieht entspannte Lage

Söder warnte im CSU-Präsidium den Berichten zufolge auch vor der Konkurrenz einer möglichen Ampel-Koalition oder eines Linksbündnisses. Die Lage sei noch zu drehen, „aber leicht ist es nicht“. Der CSU-Chef erklärte sich dazu bereit, der Union zu helfen. Aus ganz Deutschland habe er bereits Aufforderungen bekommen, mehr zu tun.

Wie schwer einzuschätzen die Lage ist, verdeutlich allerdings eine andere neue Umfrage: Nach Daten des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ liegen CDU und CSU bei 27,5 Prozent - ein Rückgang um 2,5 Punkte im Vergleich zum Juli. Die SPD kommt demnach auf 19,5 Prozent (plus 2,5 Punkte), die Grünen fallen um 2 Punkte auf 17,5 Prozent. In anderen Umfragen war die Union zuletzt auf deutlich weniger Stimmenanteile gekommen und hatte nur einen geringen Vorsprung vor der SPD. Allensbach tendiert allerdings seit längerem dazu, die Union höher zu taxieren als Konkurrenz-Institute.

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