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Umfrage-Knall: Laschets Union im Tiefflug – sogar SPD plötzlich in Schlagdistanz

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Die Union kämpft mit sinkenden Umfragewerten zur Bundestagswahl 2021, im direkten Duell schneidet Armin Laschet (CDU) besonders schlecht ab.
Die Union kämpft mit sinkenden Umfragewerten zur Bundestagswahl 2021, im direkten Duell schneidet Armin Laschet (CDU) besonders schlecht ab. © Imago

Die SPD rückt bis auf wenige Prozentpunkte an die Union an. Besonders deren Kandidat Laschet muss in der aktuellen Umfrage einstecken.

Berlin – Zahlen sich die vergleichsweise guten Beliebtheitswerte von Olaf Scholz nun für die SPD aus? Es scheint fast so: Die Partei hat in einer aktuellen Umfrage binnen Wochenfrist deutlich zugelegt. Die Union hingegen befindet sich hingegen weiter im Tiefflug. Und auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet müssen Verluste einstecken.

In einer neuen Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl im September haben CDU und CSU drei Prozentpunkte verloren. In der Vorwoche lag die Union noch bei 26 Prozent – nun ist sie auf 23 Prozent abgerutscht. Die SPD hingegen kann sich freuen. Die Partei von Kanzlerkandidat Scholz erreicht aktuell 19 Prozent. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer hervor. Dies sei der beste Wert der Partei in der Erhebungsreihe seit April 2018, heißt es.

Umfrage: Union im Tiefflug – SPD um Kanzlerkandidat Scholz kann frohlocken

Die Grünen bleiben bei 20 Prozent, wie in der Vorwoche. Sie liegen damit nur einen Prozentpunkt vor den Sozialdemokraten. Die FDP gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und kommt auf 12 Prozent. Die Linke verliert einen Prozentpunkt und kommt aktuell auf sieben Prozent in der Umfrage. Die rechtspopulistische AfD bleibt unverändert bei zehn Prozent.

Eine Mehrheit hätten diesen Zahlen zufolge im neuen Parlament vier Bündnisse: Schwarz-Gelb-Grün („Jamaika“), eine Koalition aus CDU/CSU, SPD und FDP (eine Deutschland-Koalition wie in Sachsen-Anhalt), aus Grünen, SPD und FDP („Ampel“) und auch ein linkes Bündnis aus Grünen, SPD und Linken.

Es gilt allerdings: Wahlumfragen sind lediglich eine Momentaufnahme. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa war die Union vor wenigen Tagen auf 25,5 Prozent der Stimmen gekommen, die Grünen und die SPD hatten 17,5 Prozent erreicht.

Umfrage: Kanzlerkandidaten im Vergleich – SPD-Politiker Scholz legt weiter bei Beliebtheit zu

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz vergrößert bei der Kanzlerpräferenz den Abstand zu seinen Konkurrenten. Im Vergleich zur Vorwoche kann der aktuelle Vizekanzler und Bundesfinanzminister fünf Prozentpunkte zulegen und kommt damit auf 26 Prozent. Könnte die Bevölkerung ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen, käme Unions-Kanzlerkandidat Laschet derzeit in der Forsa-Umfrage auf 12 Prozent, ein Verlust von drei Prozentpunkten. Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock muss ebenfalls den Verlust von zwei Prozentpunkten einstecken und liegt in der Zustimmung bei 16 Prozent. Dem RTL/ntv-Trendbarometer zufolge ist die Zustimmung für Laschet auch innerhalb der eigenen Partei durchwachsen. Nur 39 Prozent würden ihn aktuell zum Bundeskanzler wählen.

Hart ist für Laschet der Vergleich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Aus Sicht vieler Wähler wäre der Bayer laut der Forsa-Umfrage der bessere Kandidat der Union. 40 Prozent würden ihm, könnte der Kanzler direkt gewählt werden, ihre Stimme geben. Mehr als dreimal so viele wie für Armin Laschet. Zwei Drittel der Deutschen (68%) machen vor allem den CDU-Chef für die schlechten Werte der Union verantwortlich. Und ganze 80 Prozent der CDU- und 90 Prozent der CSU-Anhänger sehen die Verantwortung für die Verluste bei Laschet.

RTL/ntv-Trendbarometer

Das Meinungsforschungsunternehmen Forsa hatte vom 3. bis 9. August insgesamt 2509 Menschen in Deutschland befragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus 2,5 Prozentpunkten angegeben.

Genau die Hälfte der Wahlberechtigten ist gar der Meinung, er solle zugunsten von Söder auf seine Kandidatur verzichten. 59 Prozent der CDU-Anhänger und 64 Prozent der CSU-Anhänger fänden es richtig, wenn Laschet die Kanzlerkandidatur Söder überlassen würde. Auch der Kompetenzwert der Parteien ist gesunken. Nur 17 Prozent (Minus 7 im Vergleich zur Vorwoche) trauen der Union zu, mit den Problemen der Bundesrepublik fertigzuwerden. Bei den Grünen liegt dieser Wert unverändert bei 10 Prozent, bei SPD nach wie vor bei 6 Prozent. (aka)

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