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Wenn am Sonntag in Bayern der Landtag gewählt würde, käme die Partei von CSU-Chef Horst Seehofer demnach auf 49 Prozent.

CSU legt noch einmal zu

Umfrage: Spitzenwerte für Seehofer

München - Pünktlich zur 100-Tage-Bilanz der Regierung Seehofer II an diesem Samstag kann sich die CSU über neue Umfragezahlen freuen - Seehofer selbst ganz besonders.

Ein leichtes Plus für die CSU, Spitzenwerte für Ministerpräsident Horst Seehofer, ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Markus Söder und Ilse Aigner bei der Seehofer-Nachfolge: Vier Monate nach der Landtagswahl und der Rückeroberung der absoluten Mehrheit hat die CSU einen ersten neuen Stimmungstest bestanden. Wenn am kommenden Sonntag der Landtag gewählt würde, käme die CSU laut einer Infratest-dimap-Umfrage für das BR-Politikmagazin „Kontrovers“ auf 49 Prozent. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl im September. Wäre am Sonntag Europawahl, könnten die Christsozialen demnach sogar mit 50 Prozent rechnen - 2009 waren es 48,1 Prozent. Die SPD käme bei einer Landtagswahl der Umfrage zufolge auf 19 Prozent, die Grünen würden 10 Prozent erreichen. Für die Freien Wähler würden sich 9 Prozent der Wähler entscheiden. Die FDP würde mit 4 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen, ebenso die Linke mit 2 Prozent. Auf sonstige Parteien entfielen 7 Prozent. Bei der SPD bedeutet dies ein Minus von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Landtagswahl-Ergebnis, bei den Grünen ein Plus von 1,4 Punkten.

Wäre am Sonntag Europawahl, würde die Bayern-SPD mit 22 Prozent im Vergleich zur Europawahl 2009 (12,9 Prozent) deutlich zulegen. Die Grünen könnten demnach mit rund 12 Prozent rechnen, die Freien Wähler mit 4 Prozent, FDP und die Alternative für Deutschland mit 3 Prozent.

Wenn die Bayern entscheiden könnten, wer bei der nächsten Landtagswahl CSU-Spitzenkandidat werden soll, würden sich 31 Prozent für Finanzminister Markus Söder aussprechen und 27 Prozent für Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Innenminister Joachim Herrmann, Staatskanzleichefin Christine Haderthauer und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kommen derzeit auf lediglich 6 bis 7 Prozent.

Seehofer kann derzeit persönliche Spitzenwerte verbuchen: 76 Prozent der Befragten sagten, Seehofer sei ein guter Regierungschef - das sind so viele wie noch nie in den vergangenen Jahren. 79 Prozent halten ihn für entscheidungsstark, 67 Prozent für sympathisch - und 56 Prozent attestieren ihm laut Umfrage eine klare politische Linie.

In der Liste der beliebtesten Politiker landet er allerdings hinter CSU-Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Note 2,4) und seinem einstigen Landtagswahl-Herausforderer und Münchner OB Christian Ude (SPD/Note 2,5) lediglich auf dem dritten Rang. Seehofers Note: 2,7.

In der Diskussion um die sogenannte Armutszuwanderung nach Deutschland halten der Umfrage zufolge 60 Prozent aller Befragten die Pläne der CSU unter dem Stichwort „Wer betrügt, der fliegt“ für sachgerecht. 35 Prozent halten sie für übertrieben. Mit dem Begriff „Armutszuwanderung“ bezeichnet die CSU gering qualifizierte Migranten, die nach ihrer Einschätzung vor allem Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen, aber kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte zu der Umfrage: „Ich würde mir wünschen, dass die gute Stimmung hält bis zur Kommunalwahl und Europawahl.“ Söder betonte im „Straubinger Tagblatt“ (Donnerstag) allerdings auch: „Das ist kein Grund abzuheben.“

SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen und Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher argumentierten, die Umfrage spiegle doch sozusagen nur noch einmal das Landtagswahlergebnis wider. Es sei so kurz nach der Wahl doch nicht zu erwarten gewesen, dass eine Partei bereits große Sprünge nach oben oder unten mache. Grünen-Landeschefin Sigi Hagl sprach von einem „leichten Aufwärtstrend“. „Wir arbeiten mit aller Kraft daran, diesen Trend zu verstärken“, sagte sie mit Blick auf die Kommunalwahl. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sagte, die Umfrage zeige, dass die Freien Wähler gut in der Spur seien.

Für die Umfrage wurden von Infratest dimap 1004 Wahlberechtigte in Bayern im Zeitraum vom 9. bis zum 13. Januar telefonisch interviewt.

dpa

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