Umfrage soll beim Image-Aufbau helfen

Was halten die Bayern von ihren Abgeordneten?

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München - In einer Umfrage hat der Landtag ermitteln lassen, was die Bayern von den Abgeordneten halten. Und wer ihrer Meinung nach am meisten zu sagen hat in der Landespolitik. Die Ergebnisse sind unterhaltsam.

Die Bayern erwarten von ihren Landtagsabgeordneten vor allem Glaubwürdigkeit. Das sei „sehr wichtig“, gaben 79 Prozent in einer aktuellen Infratest-dimap-Umfrage für den Landtag an. Kompetenz (für 64 Prozent sehr wichtig), Bürgernähe (60) und Durchsetzungsvermögen (51) sind weitere gefragte Eigenschaften. Nicht so wichtig sind große Reden: Ein „überzeugendes öffentliches Auftreten“ halten nur 38 Prozent für sehr wichtig.

Die große Umfrage kann dem Landtag gerade nach der desaströsen Wirkung der Verwandtenaffäre Tipps geben, was die Bürger von den Politikern denken. Vergangenes Jahr hatte die Affäre um Verwandten-Jobs, um Missbrauch von Technik-Geldern und Ausgaben-Pauschalen das Parlament gebeutelt. Noch immer wirken die Affären nach – sie ziehen Kreise bei CSU, SPD und Grünen und reichen bis ins aktuelle Kabinett.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) ließ die Daten am Donnerstagabend in München vorstellen. Im Landtag lud sie zu einer Diskussionsrunde mit den Fraktionschefs. „Wir wollen einen starken, selbstbewussten Landtag“, sagte sie der dpa. Gerade weil die Glaubwürdigkeit der Abgeordneten für die Bürger besonders wichtig ist, sei Transparenz so wichtig. Diesen Weg werde man fortsetzen. Stamm kämpft dafür, das angeschlagene Image des Parlaments zu heilen und auch gegenüber der Staatsregierung kraftvoll aufzutreten.

Das ist noch ausbaubar. Die schöne Demokratie-Theorie – alle Macht liegt beim Parlament – ist beim Bürger noch nicht voll angekommen. Den größten Einfluss auf die Landespolitik schreiben die Bayern dem Ministerpräsidenten zu (74 Prozent) – der machtbewusste Horst Seehofer dürfte das gerne vernehmen. Immer wieder gibt es kleine Reibereien zwischen Regierung und Parlament, wer den Hut aufhat – auch wenn in der Regierung nur CSU-Politiker und im Landtag eine absolute CSU-Mehrheit sitzen. Dass der Landtag großen Einfluss auf die Landespolitik hat, glauben 60 Prozent der Befragten. Mit dessen Arbeit insgesamt sind übrigens 56 Prozent zufrieden, 38 Prozent nicht.

Die alte Oppositionsklage, die CSU könne auch einen schwarzen Besen erfolgreich zur Wahl aufstellen, wird von der Umfrage nur bedingt unterfüttert. Zentrales Kriterien für die Wahlentscheidung ist die Parteizugehörigkeit (für 57 Prozent wichtig). Dem folgen Herkunft (44), Beruf (36), Alter (34), Konfession (19) und Geschlecht (11). 80 Prozent der Bayern hatten jedoch seit 2009 keinen Kontakt zu ihrem Abgeordneten. Für den Bundestag liegt dieser Wert mit 86 Prozent noch höher.

Infratest dimap hatte für die Erhebung Ende Juni 1003 wahlberechtigte Bayern per Telefon befragt. Interessant ist an den Daten auch, wie viel Arbeit die Bürger den Abgeordneten zutrauen. Spricht man mit Parlamentariern, klagen sie oft über extreme Arbeitsbelastung von 12 und mehr Stunden am Tag. Die Bürger zweifeln daran. Nur 22 Prozent der Bayern glauben, ihre Abgeordneten arbeiteten mehr als 10 Stunden am Tag.

Christian Deutschländer

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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