Bewertung der Kanzlerkandidaten

Neue Umfrage stürzt Union in Krise: Laschet bitter abgestraft – Baerbocks Grüne haben gut lachen

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Unions-Kanzlerkandidat Laschet fällt im Vergleich zur Vorwoche in der Wählergunst. Die Unwetter sind für Befragte das dominierende Thema.

Berlin – Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer zur Bundestagswahl Federn gelassen. Bei der Kanzlerpräferenz ist eine starke Veränderungen ersichtlich. 17 Prozent der Befragten würden sich für den CDU-Chef als Bundeskanzler entscheiden, könnten die Menschen in Deutschland direkt wählen. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als noch vergangene Woche. Für Laschet ein tiefer Fall – so rutscht der potentielle Merkel-Nachfolger vom ersten auf den dritten Platz.

Vorne liegt nun erneut Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 19 Prozent. Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz folgt mit 18 Prozent. 45 Prozent würden keinem oder keiner der Kandidierenden ihre Stimme geben.

Neue Umfrage stürzt Union in Krise: Laschet bitter abgestraft – Baerbocks Grüne haben gut lachen

Die Unwetter-Katastrophe in Teilen Deutschlands hat offenbar auf die Wählergunst Auswirkungen. Auf der Liste der gewichtigen Themen stand für 81 Prozent der Befragten die Unwetter auf Platz eins, gefolgt von Corona. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie steht sie damit auf Platz zwei. Die anstehende Bundestagswahl wird von 28 Prozent als beherrschendes Thema genannt, das Klima von elf Prozent. Das ergibt die aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts für den RTL/ntv-Trendbarometer, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

  • CDU/CSU: 26 Prozent
  • Grüne: 21 Prozent
  • SPD: 15 Prozent
  • FDP: 13 Prozent
  • AfD: 10 Prozent
  • Die Linke: 7 Prozent

Die Union hat in der Forsa-Umfrage im Vergleich zur Vorwoche verloren und kommt nur noch auf 26 Prozent. Die Grünen legen zwei Prozentpunkte zu und erreichen 21 Prozent. Die SPD verliert einen Prozentpunkt auf 15 Prozent. Zwei Prozentpunkte dahinter liegt bereits die FDP. Die AfD kommt auf 10 Prozent, die Linke auf 7. Eine Mehrheit hätten im neuen Parlament drei Bündnisse: Schwarz-Grün, eine Koalition aus CDU/CSU, SPD und FDP sowie ein Bündnis aus Grünen, SPD und FDP.

Wahlstudie zum Kanzlerprofil: Befragte schätzen Laschet überwiegend nicht als „tatkräftig“ ein

Eine Wahlstudie, die das Forsa-Institut mit der Universität Hohenheim und dem ifo-Institut durchführt, zeigt, dass aktuell nur 17 Prozent der Befragten den CDU-Chef sympathisch finden. Bei Baerbock und Scholz sind es hingegen 33 Prozent. 13 Prozent würden der Aussage zustimmen, Laschet sei „tatkräftig und entscheidungsfreudig“ (Baerbock: 27 Prozent; Scholz: 29 Prozent). Von den circa 20.000 befragten Personen finden 10 Prozent, dass der Unions-Kanzlerkandidat „ein gutes Konzept für die Zukunft Deutschlands“ habe. Bei der Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock sind es hingegen 25, beim SPD-Kanzlerkandidaten 18 Prozent. 9 Prozent geben an, Laschet erkenne „die anstehenden Probleme rechtzeitig“ (Baerbock und Scholz jeweils 23 Prozent).

Nur in einem Punkt kann Laschet gegenüber seiner Konkurrenten auftrumpfen: 31 Prozent halten ihn für bürgernah. Über Baerbock denken das 22, über Scholz 23 Prozent. Über die Hälfte der rund 20.000 Befragten (53 Prozent) findet, dass keine der genannten Eigenschaften auf den CDU-Chef zutrifft. Damit bestätigt die Datenerhebung das vorherrschende Urteil, dass Armin Laschet ein klares Profil fehle, wie ntv analysiert. Lediglich 15 Prozent bewerten den Unions-Kanzlerkandidaten positiv, 48 Prozent sehen ihn negativ. Olaf Scholz bewerten 34 Prozent der Befragten positiv, Annalena Baerbock 29 Prozent. (aka mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Umfrage

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Forsa-Institut für die Mediengruppe RTL vom 20. bis 26. Juli 2021 erhoben. Dafür wurden 2501 Menschen befragt. Für die Daten zur Bewertung der Kanzlerkandidaten wurden in einer Wahlstudie in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim und dem Ifo-Institut erhoben circa 20.000 Personen befragt.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/ZDF/dpa

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