Ministerpräsident Markus Söder.
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Eine Mehrheit der CSU-Mitglieder will Markus Söder als Kanzlerkandidat sehen, wie eine neue Umfrage zeigt - doch eine andere Zahl lässt aufhorchen.

Stimmungswandel seit Corona

Drei Viertel der CSU-Anhänger wollen Söder als Kanzler - doch anderes Umfrage-Ergebnis lässt aufhorchen

Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidat? Offenbar können sich immer mehr CSU-Anhänger den bayerischen Ministerpräsidenten in Berlin vorstellen - doch nicht alle Bayern denken so.

München - Dem neuen CDU*-Vorsitzenden Armin Laschet* kann wohl nur noch Markus Söder die Kanzlerkandidatur der CDU/CSU streitig machen. Denn zuletzt lag Söder in bundesweiten Umfragen vor Armin Laschet als Kanzlerkandidat - obwohl er sich selbst noch nicht aktiv ins Gespräch gebracht hat.

Im Auftrag der Augsburger Allgemeinen Zeitung fand das Meinungsforschungsinstitut Civey nun heraus: In Bayern findet sich keine Mehrheit für Söder als Kanzler. Positiv finden demnach 43,1 Prozent der Bayern eine Kandidatur Söders, 44,9 Prozent negativ - unentschieden zeigen sich 12,0 Prozent der Befragten. Andere Zahlen sind dagegen aufschlussreicher.

Umfrage zur Kanzlerkandidatur in Bayern: CSU-Mitglieder würden Söder nach Berlin abtreten

Noch Anfang 2020 waren nur 54,4 Prozent der CSU-Wähler dafür, dass Söder sich als Kanzlerkandidat ins Rennen bringt - also knapp mehr als die Hälfte. Diese Zahlen waren damals so gedeutet worden, dass die Anhänger von Söders Partei ihren Vorsitzenden nicht als bayerischen Ministerpräsidenten verlieren wollen.

Offenbar hat hier die Corona-Krise* aber einen Sinneswandel bewirkt. Denn nun sind es 77,3 Prozent der CSU-Wähler, die sich für eine Kandidatur Söders aussprechen würden. Mit 90,8 Prozent zeigt sich gleichzeitig eine überwältigende Mehrheit der CSU-Anhänger zufrieden mit Söders Handeln während der Pandemie.

Umfrage zur Kanzlerkandidatur Söders: Anhänger der FDP, Linken und AfD wollen den CSU-Chef nicht als Kanzler

Während nur jeweils etwa 20 Prozent der FDP*- und AfD*-Anhänger Söder gerne in Berlin sehen würden und ein Drittel der Anhänger der Linken*, sind es bei SPD* und Grünen* etwa 40 Prozent, die Söders Kandidatur bejahen würden. Bei den beiden Letzteren halten sich die Befürworter mit den Gegnern der Kandidatur in etwa die Waage.

Spannend und aufschlussreich ist wiederum eine ganz andere Zahl. Denn sie zeigt, wie sehr Söder polarisiert - was ihm auch das Leben als möglicher Kanzler nicht leicht machen dürfte. Die 40 Prozent, die Söders Kandidatur eher ablehnen, setzen sich zusammen aus etwa 11 Prozent, die die Kandidatur als „negativ“ bewerten - und über 33 Prozent, die sie als „sehr negativ“ bewerten. Damit sind über ein Drittel der Menschen seines Heimatbundeslandes gegen eine Kandidatur Söders. (kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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