Ab etwa 100.000 Euro im Jahr

Umfrage: Mehrheit befürwortet höhere Steuern für Reiche

Berlin - Mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) befürworten einer Umfrage von TNS Infratest Politikforschung zufolge höhere Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen.

Dabei sähen 73 Prozent 100.000 Euro im Jahr als sehr hohes Einkommen an, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband als Auftraggeber der Studie am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Verband wertete das Ergebnis als "ermutigendes Signal für einen Richtungswechsel in der Steuer- und Sozialpolitik".

Von den noch unentschlossenen Wählern sprachen sich demnach gut eine Woche vor der Bundestagswahl 73 Prozent für höhere Steuern zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben aus. 78 Prozent forderten der Umfrage zufolge mehr Bildungsinvestitionen und 66 Prozent befürworteten mehr Investitionen im Sozialbereich. Für Samstag hat das Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern", dem der Paritätische angehört, zu Demonstrationen in Bochum und Berlin aufgerufen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sieht die Politik ihrer Partei durch die Ergebnisse der Umfrage bestätigt: "Die breite Mehrheit der Bevölkerung teilt das Gerechtigkeitsempfinden der SPD." Die Sozialdemokraten wollen im Fall eines Wahlsieges den Spitzensteuersatz anheben und auch große Vermögen stärker belasten. Nahles hob allerdings hervor, 95 Prozent der Steuerzahler seien davon nicht betroffen.

Einer Umfrage des Instituts Forsa für das Düsseldorfer "Handelsblatt" zufolge reagiert allerdings die obere Mittelschicht mit Ablehnung auf die Steuerdebatte. Nur 36 Prozent dieser Gruppe findet demnach, dass "Leistung in Deutschland noch in genügendem Maße anerkannt wird". Nur gut jeder Zehnte würde demnach Steuererhöhungen befürworten. Forsa befragte für die Umfrage 752 Akademiker mit einem monatlichen Haushalts-Nettoeinkommen ab 4500 Euro.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

AfD: Pretzell verlässt Partei und Fraktion in NRW
Marcus Pretzell hat die AfD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen verlassen. Der Ehemann von Frauke Petry war Chef der Landtagsfraktion seiner Partei.
AfD: Pretzell verlässt Partei und Fraktion in NRW
Nach Eklat bei Frauke Petry: Wie geht es mit der AfD-Parteivorsitzenden nun weiter?
Am Tag nach der Bundestagswahl sorgte Frauke Petry für einen Eklat: Sie erklärte, sie wolle der AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören. Am Tag danach trat sie aus der …
Nach Eklat bei Frauke Petry: Wie geht es mit der AfD-Parteivorsitzenden nun weiter?
Dobrindt zum neuen Chef der CSU-Landesgruppe gewählt
Der bisherige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übernimmt die Führung der CSU-Landesgruppe im Bundestag.
Dobrindt zum neuen Chef der CSU-Landesgruppe gewählt
Steiniger Weg nach "Jamaika" für Union, FDP und Grüne
Union, FDP und Grüne wollen es miteinander versuchen. Grundsätzlich stehen sie für Gespräche für eine Jamaika-Koalition bereit. Doch die Unterschiede sind groß, die …
Steiniger Weg nach "Jamaika" für Union, FDP und Grüne

Kommentare