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30 Jahre Mauerfall.

Umfrage

Mehrheit der Deutschen schätzt Mauerfall positiv ein

30 Jahre nach dem Mauerfall schätzt eine Mehrheit der Deutschen das einschneidende Ereignis als als positiv ein.

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Leistungen der Ostdeutschen nach der Wende gewürdigt. „Die deutsche Einheit war ein gewaltiges Werk. Sie hat den Menschen in unserem Land viel abverlangt - aber eben vor allem denen im Osten“, sagte er am Dienstag in Berlin. „Dort traf der Umbruch die Menschen ungleich härter: Er traf jede Familie, und die Folgen auch die Härten dieses Umbruchs wirken bis heute fort.“ 

Zuletzt äußerte sich Kanzlerin Merkel im Spiegel so: „Was aus meiner Sicht gar nicht geht: Wenn Menschen mit westdeutscher Biografie in den Osten gehen und da behaupten, unser Staat sei ja eigentlich nicht viel besser als die DDR. Da muss man hart dagegenhalten.“

Immerhin 57 Prozent der Menschen im Osten sehen den Mauerfall vor 30 Jahren positiv. Im Westen sind es 54 Prozent, wie eine am Dienstag in Hamburg vom Ipsos-Institut veröffentlichte Befragung ergab. 

Etwa jeder siebte Befragte aus Ost und West beurteilt den Mauerfall negativ. Knapp ein Drittel blickt neutral auf die Wende.

Vor allem im Osten hängt die Beurteilung stark von Schulbildung und Einkommen ab. Menschen, die in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von unter 1500 Euro im Monat leben, sehen den Mauerfall deutlich kritischer als der Durchschnitt.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen schätzt Mauerfall positiv ein

Diejenigen, die den Mauerfall positiv beurteilten, nannten ein gemeinsames Deutschland und Freiheit als Hauptgründe dafür. Vier von zehn Befürwortern aus dem Osten nannten den Freiheitsaspekt. Dabei sind dem Ipsos-Institut zufolge eher die Freiheit, sich frei bewegen zu können, sowie die Reisefreiheit gemeint als die Meinungsfreiheit. Westdeutsche Befragte nannten vor allem die Einheit als Grund für ihre positive Einschätzung.

Die Gegner der Wiedervereinigung im Westen begründen ihre Haltung mit den damit verbundenen Kosten und Steuern. Jeder fünfte Gegner im Westen hadert zudem mit der vermeintlichen Mentalität der Ostdeutschen. Dieser Aussage schließen sich 15 Prozent der Ostdeutschen an.

Die Befragten im Osten gaben als Grund für ihre Ablehnung der Wende die immer noch bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West hinsichtlich Einkommen und Renten an. 25 Prozent machen die Wende verantwortlich für die Arbeitslosigkeit in ihrer Region. Für die Erhebung wurden von 2. bis zum 15. September 2000 Menschen ab 14 Jahren befragt.

afp, dpa

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