1. Startseite
  2. Politik

Umfrage: Mehrheit der Deutschen zweifelt an Sanktionen gegen Russland - Angst vor Wirtschaftskrise

Erstellt:

Von: Kathrin Reikowski

Kommentare

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird. © Mikhail Klimentyev/Imago

Russland-Sanktionen: Eine Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage von deren Wirksamkeit wenig überzeugt.

Berlin - Die im Zuge des eskalierten Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen überzeugen die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands offenbar nicht: Die Bild am Sonntag veröffentlicht eine Umfrage, wonach sogar knapp die Hälfte der Bevölkerung glaubt, dass die Sanktionen Deutschland mehr schaden als Russland. Über 30 Prozent dazu glauben, dass beide Länder Schaden nehmen.

Bewohner Deutschlands haben Angst vor Wirtschaftskrise

Grund für diese Einschätzungen ist offenbar die Angst vor einer Wirtschaftskrise in Deutschland. So rechnen der Umfrage zufolge jeweils 74 Prozent der Befragten mit einem wirtschaftlichen Abschwung und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

83 Prozent glauben, dass die Preise weiter steigen werden. Mit einer sogenannten Gas-Notlage, bei der Unternehmen das Gas abgedreht werden würde, rechnen 63 Prozent der Befragten. Einschränkungen für private Haushalte erwarten sogar 83 Prozent.

CSU, FDP und Grüne uneins über Strategie der Sanktionen gegen Russland

„Die Strategie, Russland mit Sanktionen schnell in die Knie zu zwingen, ist bisher nicht aufgegangen“, sagte CSU-Chef Markus Söder der Bild am Sonntag. „Westliche Waffen zeigen bislang deutlich mehr Wirkung gegen Russland als die verhängten Sanktionen.“ Der bayerische Ministerpräsident wies zudem auf einen möglichen Gewissenskonflikt im Laufe der kommenden Woche hin: „Wäre die Bundesregierung vorbereitet, wenn (der russische Präsident) Wladimir Putin erklärt, dass die Instandsetzung von Nord Stream 1 länger dauert, und er anbietet, dafür Nord Stream 2 zu nutzen?“

Grünen-Chef Omid Nouripour verteidigte dagegen die gegen Moskau verhängten Strafmaßnahmen. „Es ist mehr als sichtbar, dass unsere Sanktionen Putins Kriegswirtschaft hart treffen“, sagte er der Bild am Sonntag. FDP-Fraktionschef Christian Dürr stellte sogar weitere Sanktionen in Aussicht: „Die Frage einer Verschärfung stellt sich insbesondere, wenn Russland die Gaslieferungen vertragswidrig reduziert oder einstellt.“ (AFP/kat)

Auch interessant

Kommentare