Nächster Nackenschlag für Union

CDU-Debakel: Auch Merkel jetzt abgestraft - Bittere Prognose für Laschet

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Die vierte Amtszeit von Angela Merkel neigt sich dem Ende entgegen. Dass die Bevölkerung mit der Politik der Union derzeit nicht zufrieden ist, bekommt auch sie zu spüren.

Berlin/München - Zum Ende ihrer Kanzlerschaft droht Angela Merkel die Gunst der Deutschen zu verlieren. Das suggerieren zumindest aktuelle Umfragewerte. Die Mehrzahl der Bürger ist offenbar der Meinung, dass die Amtszeit von Deutschlands mächtigster Frau zu lange war. Ganze 65 Prozent der Befragten äußerten diese Einschätzung, in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des Spiegel.

Angela Merkel zu lange Bundeskanzlerin - finden zwei Drittel

Dabei gestalten sich die Ergebnisse entsprechend dem Wahlverhalten unterschiedlich: 97 Prozent der AfD-Wähler sind der Meinung, dass Merkel zu lange im Amt war. Am zweithäufigsten Abneigung verspüren offenbar FDP-Wähler (86 Prozent) gegen die Kanzlerin, die seit 2005 den Posten inne hat. Es folgen Anhänger der SPD (66 Prozent) und Wähler der Grünen mit 60 Prozent. Immerhin noch jeder zweite Unions-Wähler (49 Prozent) ist der Ansicht, dass Angela Merkel nicht 16 Jahre lang die Geschicke der Bundesrepublik Deutschland hätte leiten sollen.

Die 66-Jährige befindet sich in den letzten Monaten ihrer vierten Legislaturperiode und wird nach der Bundestagswahl 2021 ihren Posten abgeben. Der Umfrage zufolge wünschen sich zudem mehr als zwei Drittel der Menschen hierzulande eine zeitliche Begrenzung der Kanzler-Amtszeit. Auch verschiedene CDU-Politiker und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderten zuletzt eine entsprechende Regelung.

Zur Frage „Wie sollten zukünftig die Amtszeiten von Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzlern geregelt sein?“ gab es bei der Civey-Umfrage folgende konkrete Ergebnisse: 47 Prozent sprachen sich für eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten á vier Jahre aus, 23 Prozent für eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten und fünf Jahre. Zufrieden mit der aktuellen Regelung zeigten sich lediglich 22 Prozent.

Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union? Viele Bürger skeptisch

Und es gibt einen weiteren Nackenschlag für die Union: Dass Armin Laschet im Herbst als finaler CDU-Kanzlerkandidat im Herbst ins Rennen um die Regierungsbildung geht, erscheint den Menschen im Land keineswegs als sicher. Das lässt zumindest eine weitere Umfrage vermuten, die das Meinungsforschungsinstitut Insa im Auftrag der Schweizer Neuen Zürcher Zeitung durchführte: 31 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass Laschet noch vor der Bundestagswahl als Kandidat der Union ausgetauscht wird - diese These war zuletzt auch schon in Polit-Talks zu hören. 29 Prozent der Menschen sehen den NRW-Landeschef dagegen fest im Sattel sitzen.

Dem derzeitigen Wahltrend zufolge wird die Nachfolge von Merkel ohnehin von einer anderen Partei angetreten. Die Grünen reüssieren kräftig in den Umfragen.

Selbst innerhalb der Union-Wähler seien zahlreiche Bürger (36 Prozent) der Meinung, dass Laschet in den kommenden Monaten noch gegen einen Parteigenossen ausgetauscht wird. Interessanterweise sind die Wähler mit zunehmendem Alter offenbar skeptischer gegenüber Laschet: Unter Befragten zwischen 18 und 29 Jahren zweifelten 21 Prozent an der Kandidatur, bei Menschen ab mindestens 60 Jahren steigt der Wert auf 36 Prozent. In einem Interview stellt Armin Laschet unterdessen seine Visionen für Deutschland vor - und sagt: „Die Grünen denken mir zu eindimensional“(PF)

Rubriklistenbild: © Janine Schmitz/photothek.de/imago-images

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