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Vertrauensverlust der Politik: Bundeskanzler Scholz in Umfrage abgewatscht

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Von: Patrick Freiwah

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Vertrauensverlust auf der Position des Bundeskanzlers: Gegenüber Olaf Scholz sind weite Teile der Bevölkerung skeptisch
Vertrauensverlust auf der Position des Bundeskanzlers: Gegenüber Olaf Scholz sind weite Teile der Bevölkerung skeptisch. © Bernd Elmenthaler/Imago

Der Stellenwert der Politiker scheint zu sinken: Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Bürger an den Entscheidungen der Amtsträger zunehmend zweifeln. Bundeskanzler Olaf Scholz trifft es hart.

Berlin - Der Positionswechsel hat dem Amt des Bundeskanzlers offenbar einen Vertrauensverlust beschert. Wenn es nach einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa geht, ist das Ansehen von Olaf Scholz deutlich niedriger als jenes von Vorgängerin Angela Merkel.

Waren Ende 2020 noch 75 Prozent mit der Arbeit der in Rente gegangenen, langjährigen Bundeskanzlerin zufrieden, liegt der Umfragewert bei dem frisch ins Amt gehievten Sozialdemokraten um ganze 18 Prozentpunkte niedriger. Demnach hätten von 4038 Befragten nur mehr 57 Prozent erklärt, dass sie Vertrauen in den neuen Bundeskanzler hätten.

Bundeskanzler Olaf Scholz offenbar weniger vertrauenswürdig als Angela Merkel

Laut dem veröffentlichten Ranking sei der Vertrauens-Rückgang für das Amt des Bundeskanzlers sowohl in Ost und West, wie auch bei Männern und Frauen, nahezu gleich verteilt - sowie durch alle Wählergruppen zu registrieren. Ob das mit der nach wie vor unklaren Rolle von Olaf Scholz in der Cum-Ex-Affäre zu tun hat?

Auch der Zuspruch für die neue Bundesregierung liege unter dem Wert der vorangegangen: Hatten sich zur Jahreswende 2020/21 noch 63 Prozent positiv über das Vertrauen in die Volksvertreter in Berlin geäußert, so beträgt dieser Wert ein Jahr später lediglich 56 Prozent. Mit Abstand am vertrauenswürdigsten erachten die Bürger der Umfrage zufolge das Amt des Bundespräsidenten, über das im Februar 2022 neu abgestimmt wird. Mit 75 Prozent (Vorjahr: 76) erscheint die von Frank-Walter Steinmeier bekleidete Position in Sachen Integrität die am meisten angesehene. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass es sich um einen repräsentativen, nicht regierenden Posten handelt - im übrigen den höchsten der deutschen Politik.

Auch die Regierungen der einzelnen Bundesländer haben gegenüber dem Vorjahr einen Vertrauensverlust erlitten. Das könnte zu einem gewichtigen Anteil an den Corona-Einschränkungen liegen, die bei vielen Menschen für Unverständnis gesorgt haben. Betrug die Zustimmung zwölf Monate zuvor 60 Prozent, verzeichnet die Forsa-Umfrage aktuell einen Wert von nur noch 55 Prozent.

Markante Unterschiede im Vertrauen zu den staatlichen Institutionen gibt es übrigens nach wie vor zwischen Ost- und Westdeutschland: 53 Prozent der westdeutschen Bürger haben Vertrauen in den Bundestag, aber lediglich 36 Prozent der Ostdeutschen.

Vertrauen in die Politik: Knapp ein Drittel mit Kurs der Europäischen Union zufrieden

Auch über das Vertrauen zur Europäischen Union wurde nachgefragt - und hierbei gab es keinerlei spürbare Veränderung. Positiv ist das Ergebnis aus Sicht der Ländervereinigung jedoch nicht: Wie im Vorjahr haben lediglich 38 Prozent der befragten Bürger das Vertrauen, dass die EU-Kommission unter der Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen die richtigen Entscheidungen für das Volk trifft. Zur EU haben 40 Prozent der Westdeutschen Vertrauen, aber gerade mal 27 Prozent der Ostdeutschen.

Aktuell sorgt das kontinentale Gremium mit Plänen hinsichtlich erneuerbarer Energien für Aufsehen: Die EU-Kommission will die Energiegewinnung aus Erdgas- und Atomanlagen als klimafreundlich einstufen. Es geht dabei um den Bau neuer Atomkraftwerke(PF)

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