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Ringen ums Pickerl

Umfrage: 71 Prozent für Dobrindts Maut-Pläne

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München – Das Ringen ums Pickerl geht weiter – jetzt auch mit einer eindeutigen Umfrage. Die CSU sieht eine breite Mehrheit der Bevölkerung bei den umstrittenen Maut-Plänen hinter sich.

71 Prozent der Deutschen sprechen sich laut einer repräsentativen Dimap-Umfrage für die Pkw-Maut aus, berichtet der Münchner Merkur. 24 Prozent lehnen die konkreten Maut-Pläne ab.

Am Dienstag, also am Tag nach der Vorstellung der Pläne durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), hatte das Institut bundesweit 1005 Wahlberechtigte befragt; Auftraggeber ist die CSU. Laut den Daten halten 64 Prozent der Deutschen ein Vignetten-System für am besten umsetzbar. 11 Prozent wollen eher Mautstationen mit Bar- oder Kartenzahlung wie in Italien, 12 Prozent ein digitales System wie bei der Lkw-Maut. Dass die erwarteten Netto-Einnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro, einzusetzen für den Straßenbau, ein „guter Grund“ für die Maut seien, antworteten 69 Prozent. 24 Prozent lehnen diese Aussage ab.

Für die CSU ist die Umfrage Wasser auf die Mühlen. Politisch nämlich stehen dem Projekt heftige Widerstände entgegen: Die Opposition lehnt die Maut in dieser Form rundweg ab, unter den Mit-Koalitionären CDU und SPD gibt es mindestens Skepsis. In Österreich und den Niederlanden werden Klagen erwogen. Auch die Presselage für Dobrindt war in den vergangenen Tagen nicht gut: Fast alle Zeitungen im Inland und in den Nachbarländern äußerten Kritik. Dobrindt erneuerte unterdessen seine Zusage, kein Inländer werde durch die Maut finanziell belastet. Die 2,5 Milliarden Euro pro Legislaturperiode – gut 600 Millionen Euro im Jahr – sollen aus den Beiträgen ausländischer Nutzer zusammenkommen.

Christian Deutschländer

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