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Umfrage: Grüne polarisieren - Baerbock bei einem Negativ-Punkt weit vorne

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Von: Cindy Boden

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Kanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt an der Klausurtagung des Bundeskabinetts im Kanzleramt teil.
Kanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt an der Klausurtagung des Bundeskabinetts im Kanzleramt teil. © Bildgehege/Imago

Einer Umfrage zufolge steht Kanzler Scholz gerade besser da als seine Ampel-Regierung. Nur der Zufriedenheitswert für die Arbeit eines Ministers ist höher.

Berlin - Klingt erst einmal nicht besonders, ist es aber doch: An diesem Freitag trifft sich die Bundesregierung im Kanzleramt. Eigentlich finden Kabinettsklausuren im Schloss Meseberg statt, doch auch hier verändert Corona die Lage. Eine normale Kabinettssitzung wie sonst ist es aber trotzdem nicht. In gewohnter Umgebung versucht die Ampel zum Jahresbeginn über anstehende Themen mit etwas mehr Ruhe zu sprechen.

Und es dürfte einiges zu besprechen geben. Denn neben G7-Präsidentschaft, Klimaschutz, Ukraine-Konflikt und die Corona-Pandemie werden die ein oder anderen Politiker auch weiter ein Auge auf die Umfragewerte der neuen Scholz-Regierung haben. Und da sieht es zurzeit oftmals nicht rosig aus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur überwiegt beispielsweise die Unzufriedenheit der Befragten mit der Arbeit der Regierung.

Deutsche finden mehr Zuspruch für Scholz als für seine Ampel-Regierung

Und auch in einer aktuellen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos kann sich Kanzler Olaf Scholz mehr als seine Kabinettsmitglieder freuen. Mit seiner Arbeit sind die Deutschen zufriedener als mit der der Bundesregierung. Demnach bewertet jeder vierte Bundesbürger, also 25 Prozent, die Arbeit des Kanzlers auf einer Skala von 1 bis 10 als sehr zufriedenstellend (also mit einem Wert von 8 bis 10). 18 Prozent zeigen sich sich offenbar deutlich unzufrieden (Zahl von 1 und 3). Hingegen ist jeder fünfte Befragte (20 Prozent) mit der Arbeit der Ampel-Regierung sehr zufrieden, die bislang geleistet wurde. 23 Prozent äußern sich unzufrieden.

(Ampel vor großen Aufgaben - was SPD, Grüne und FDP planen, erfahren Sie  in unserem Politik-Newsletter.)

Umfrage: Gesundheitsminister Lauterbach kann sich vor Kanzler Scholz setzen

Im einzelnen Minister- und Kanzlervergleich kann sich nur ein Ressortinhaber vor Scholz drängen: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er erhält der Ipsos-Umfrage zufolge am meisten Zuspruch. Hinter Scholz landen Finanzminister Christian Lindner (FDP), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne). Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sowie Justizminister Marco Buschmann (FDP) erhalten zurzeit den geringsten Zuspruch.

Zufriedenheit mit der Arbeit der Ampel-Minister und des Kanzlers laut Ipsos-Umfrage

Die Grünen-Ministerriege polarisierte in der Aufschlüsselung mit Abstand am meisten. Mit der derzeitigen Arbeit von Außenministerin Annalena Baerbock sind fast vier von zehn Deutschen sehr unzufrieden. Sie liegt damit bei den Unzufriedenheitswerten mit Abstand vorn. Özdemirs Arbeit finden, trotz recht guter Platzierung bei den Zufriedenheitswerten, 35 Prozent negativ. Umweltministerin Steffi Lemke, Habeck und Familienministerin Anne Spiegel kommen ebenfalls bei einigen nicht gut weg. Nur Innenministerin Nancy Faeser von der SPD wird ähnlich kritisch mit über 30 Prozent Unzufriedenheit bewertet.

Umfrage zur Ampel-Arbeit: Manche Minister bei einigen noch unbekannt

Wichtig zu beachten: Nicht berücksichtigt wurden den Angaben zufolge bei der Auswertung die Befragten, die meldeten, die die angesprochenen Minister nicht zu kennen. 

Hinweise zur Umfrage

Das Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipso führte die Befragung vom 6. Januar bis zum 9. Januar 2022 durch. 1000 Personen hat das Institut in Deutschland im Alter von 16 bis 75 Jahren online befragt. Die Daten wurden repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland gewichtet.

Wie eine weitere Abfrage zeigt, ist für viele vor allem Klara Geywitz (SPD) unbekannt, die das neue Bauministerium leitet. Fast jeder vierte Deutsche (24 Prozent) gibt an, die Ministerin nicht zu kennen. Auch Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat offenbar in der Hinsicht noch Aufholbedarf (22 Prozent).

Über all diese Werte hinaus ermittelte zuletzt der ARD-„Deutschlandtrend“ neue Partei-Werte in der Sonntagsfrage. Die SPD rutschte zwar einen Prozentpunkt ab, hält sich mit 25 Prozent dennoch vorn. Die Union legt wiederum um einen Prozentpunkt zu und kommt nun auf 24 Prozent. (cibo)

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