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CDU/CSU bekommt Verschnaufpause vom freien Fall in Umfragen - Spahn stürzt im Politiker-Ranking ab

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Für die Union ging es in Umfragen zuletzt steil bergab. Eine neue Befragung zeigt einen kleinen Knick nach oben. Doch ist damit die Talfahrt vorbei?

Berlin - Bedeutet der kleine Umfrageknick nach oben eine Erleichterung für CDU und CSU? Die vergangenen Wochen ging es stark bergab für die Union in den Umfragewerten. Statt Werten um 33 Prozent wie bei der Bundestagswahl sah eine Kantar-Umfrage vom 27. März die Union gar bei nur noch 25 Prozent. Dicht gefolgt von den Grünen.

Solche Werte gehen an CDU und CSU natürlich nicht spurlos vorbei. Die CSU zieht Konsequenzen nach den Schlagzeilen um Masken-Deals, Parteichef Markus Söder forderte wie gewohnt mit spitzen Formulierungen ein Ende des „Kamillentee-Modus“, Armin Laschet präsentierte als CDU-Chef Eckpunkte des Wahlprogramms für die Bundestagswahl, das nun ausgearbeitet werden soll und sogar Kanzlerin Angela Merkel stellte bei „Anne Will“ fest: Die Union habe „kein Abo auf das Kanzleramt“.

Doch sowieso muss erst einmal klar werden, wer es überhaupt versucht: Laschet oder Söder? Der CSU-Chef stichelte am Dienstag bei einer Pressekonferenz schon mal ordentlich. Aber auch bei den Grünen, die der Union noch den Rang ablaufen könnten, ist die K-Frage noch nicht geklärt.

CDU und CSU können einen Prozentpunkt in einer neuen Umfrage zulegen - Talfahrt beendet?

Aber zurück zu der aktuellen Umfrage: Im RTL/ntv-„Trendbarometer“ schafft die Union einen leichten Aufstieg um einen Prozentpunkt und landet damit in dieser Woche bei 27 Prozent. Ob für die Union die Talfahrt damit zu Ende ist, lässt sich nach einer Umfrage aber noch nicht sagen. Auch die Grünen können wieder einen Prozentpunkt gutmachen und landen bei 23 Prozent, also vier Prozentpunkte hinter der Union. Die SPD kann bisher nicht von der Krise der Union profitieren: Die Sozialdemokraten verlieren laut der Forsa-Umfrage einen Punkt und kommen als drittstärkste Kraft auf 15 Prozent. Den gleichen Verlust musss auch die Linkspartei verkraften und erlangt sieben Prozent der Stimmen. Besser sieht es da für AfD mit elf Prozent aus (plus einen Prozentpunkt). Die FDP bleibt unverändert bei zehn Prozent.

Mit diesem Ergebnis, was natürlich nur eine Momentaufnahme ist und keine Prognose für die Bundestagswahl, hätte die Koalition aus Union und SPD keine Mehrheit mehr. Infrage käme hingegen ein schwarz-grünes Bündnis sowie eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP.

Umfrage zur Kanzlerkandidatur: Söder weiter klar vorn, Laschet liegt hinten

Der Umfrage zufolge geben die Deutschen weiterhin Markus Söder in der Kanzlerfrage den Vorzug. Könnten die Bürger den Kanzler direkt wählen, käme der CSU-Chef gegen Grünen-Chef Robert Habeck und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 38 Prozent. Für Habeck würden 20 Prozent stimmen, für Scholz 14. Würde für die Grünen in dieser Konstellation Annalena Baerbock antreten, käme sie auf 18 Prozent, die Werte der Männer blieben gleich. Tritt hingegen für die Union Armin Laschet an, wird es wie auch die Wochen zuvor deutlich enger. Gegen Habeck (22 Prozent) und Scholz (18 Prozent) würde Laschet mit 17 Prozent sogar nur auf dem dritten Platz landen. Das Rennen Baerbock, Scholz und Laschet würde mit 22 Prozent zu jeweils 17 Prozent die Grünen-Kandidatin gewinnen.

Politiker-Ranking: Merkel, Spahn und Laschet verlieren Punkte, Baerbock und Habeck gewinnen

Neben diesen Umfragen erstellte Forsa auch noch ein Politiker-Ranking für den Monat März. Die Befragten bekamen dabei die Frage gestellt, bei welchen Politikern sie das Land „in guten Händen“ sehen. Ihre Bewertung geben sie auf einer Skala zwischen 0 („ist überhaupt nicht in guten Händen“) bis 100 („ist voll und ganz in guten Händen“) an.

Im Vergleich zum Februar muss Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den größten Absturz hinnehmen: Er verliert 13 Punkte. Im Februar stand er noch auf dem dritten Platz, jetzt Rang sieben. Für Laschet geht es acht Prunkte nach unten, für Kanzlerin Merkel fünf Punkte. Die einzigen Politiker unter den Top-10, die Punkte dazugewinnen, sind Habeck, Baerbock und FDP-Chef Christian Lindner.

Und hier das komplette Ranking im Überblick (Mittelwert, Differenz zum Februar-Wert):

  • 1. Angela Merkel 64 (-5)
    2. Markus Söder 52 (-3)
    3. Robert Habeck 47 (+1)
    4. Annalena Baerbock 45 (+2)
    5. Olaf Scholz 44 (-3)
    6. Armin Laschet 37 (-8)
    7. Jens Spahn 34 (-13)
    8. Peter Altmaier 32 (–)
    9. Wolfgang Kubicki 32 (–)
    10. Christian Lindner 31 (+1)
    11. Friedrich Merz 29 (-2)
    12. Kevin Kühnert 28 (-1)
    13. Norbert Walter-Borjans 27 (-2)
    14. Saskia Esken 23 (-1)
    15. Susanne Henning-Wellsow 22 (–)
    16. Janine Wissler 21 (–)
    17. Jörg Meuthen 8 (0)
    18. Alexander Gauland 7 (0)

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Daten im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 23. bis 29. März 2021 erhoben. Datenbasis der Parteienumfrage sind 2503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/–2,5 Prozentpunkte. Das Politiker-Ranking stammt aus Befragungen vom 24. bis 29. März 2021. Hier bilden 1512 Wahlberechtigte die Datenbasis.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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