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Der frühere Stoiber-Berater Michael Spreng hält gar die Angriffe auf Merkel für einen „Schuss ins Knie".

Ex-Stoiber-Berater Spreng redet Klartext

"CSU-Angriffe auf Frau Merkel sind Schuss ins Knie"

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München - Die 40-Prozent-Umfrage und mehrere unerbetene Ratschläge nerven CSU-Chef Horst Seehofer. Der frühere Stoiber-Berater Michael Spreng hält gar die Angriffe auf Merkel für einen „Schuss ins Knie".

Am Ende bemüht sich Horst Seehofer um Leichtigkeit. Als Politiker solle man sich nicht mal über Forsa-Umfragen ärgern, sagt er in ein paar Mikrofone, geht dann weiter und ruft: „Frohe Weihnachten!“ Nun ja – passender wäre wohl ein ironisches „Schöne Bescherung“ gewesen. Dem CSU-Chef dürfte die Umfrage in Wahrheit aufs Gröbste missfallen.

Bei 40 Prozent sieht Forsa seine Partei noch, wäre jetzt Landtagswahl. Das ist zwar mit Vorsicht zu genießen – Forsa hat unter Polit-Kennern den Ruf, immer die aufregendsten, aber nicht immer die treffendsten Zahlen zu haben. Dennoch wäre es gefährlich für Seehofer, wenn weitere Umfragen anderer Institute diesen Wert untermauern sollten. Die Rechtfertigung für seinen in der Union umstrittenen Konfrontationskurs mit der Kanzlerin zieht er nämlich aus der Demoskopie – dass sich die CSU vom Abwärtstrend der CDU abkoppelte und die AfD in Bayern kleiner hielt als anderswo.

"Unser Kurs bleibt"

Die CSU-Historie lehrt: In der Partei bricht Nervosität aus, wenn Umfragewerte dauerhaft sinken. Schnell kann es dann mit der Autorität des Vorsitzenden bergab gehen. Seehofer greift daher am Mittwochnachmittag zu zwei Sofortmaßnahmen: Er erklärt die Umfrage für belanglos und zieht in der Partei die Zügel an. „Unser Kurs bleibt“, sagt er. All seine Analysen sagten ihm: „Wir sind sehr stabil in der absoluten Mehrheit.“ Forsa liefere „Proklamationen, keine Umfragen“, zitieren ihn Abgeordnete aus der Landtagsfraktionssitzung.

Vorerst kommt aus der Parteispitze unmissverständlich Rückendeckung. Die Minister Markus Söder („Strategie ist richtig und wird von mir unterstützt“) und Ilse Aigner stellen sich hinter ihn. „Ich kann von einer sinkenden Zustimmung zur CSU und Kritik am Kurs von Horst Seehofer bei Veranstaltungen in ganz Bayern nichts merken“, sagt Aigner. Klar sei dennoch, dass es die ganze Kraft und ein gutes Programm brauche, um die absolute Mehrheit zu verteidigen. Auch die Junge Union stärkt dem Parteichef den Rücken. „Kurs halten“, sagt der Landesvorsitzende Hans Reichhart. Die Diskrepanzen bei den Umfragen seien „komisch“ und „vielleicht in Berlin politisch gewollt“.

Angriffe auf Merkel ein "strategischer Schuss ins Knie"?

Dennoch gibt es in der CSU auch warnende Stimmen. Der frühere Landtagspräsident Alois Glück sagte der „PNP“, er sehe „massive Erosionserscheinungen“ in der Beziehung zu jenen, die sich etwa in der Flüchtlingshilfe engagiert hätten. Auch der frühere Stoiber-Berater Michael Spreng rät in der „tz“ Seehofer zum Kurswechsel: „Die Angriffe der CSU auf Frau Merkel sind ein strategischer Schuss ins Knie.“ Auch das „Spiel um die schärfsten Parolen“ gegen die AfD könne die CSU nur verlieren.

Seehofers angezogene Zügel bekommen unterdessen die Bundestagsabgeordneten zu spüren. Sie hatten sich nicht hinter die CSU-Forderung nach mehr direkter Demokratie auf Bundesebene gestellt. „Fassungslos“ sei er, sagte Seehofer, namentlich über Landesgruppen-Manager Max Straubinger. Seehofer schimpfte zudem, er müsse derzeit fast täglich nach Berlin fahren, um Sachen zu regeln, von denen er eigentlich hoffe, seine Abgeordneten würden sie regeln. 

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