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Die Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch.

Umfrage

Vier von fünf Deutschen gegen Aufnahme der Türkei in die EU

Berlin - Nur noch 15 Prozent sind laut ARD-"Deutschlandtrend" für eine mittel- bis langfristige Aufnahme der Türkei. Die Zahl der Gegner ist seit vergangenem Jahr deutlich gestiegen.

Die Unterstützung der Deutschen für einen EU-Beitritt der Türkei ist einer Umfrage zufolge erneut deutlich gesunken: Nur noch 15 Prozent sind der Auffassung, dass die EU die Türkei mittel- bis langfristig als Mitglied aufnehmen sollte, wie der am Donnerstag veröffentlichte ARD-"Deutschlandtrend" ergab. Dagegen sprechen sich 80 Prozent gegen die mittel- bis langfristige Aufnahme der Türkei in die Staatengemeinschaft aus. 

Damit stieg die Zahl der Gegner eines türkischen EU-Beitritts seit dem vergangenen April um zwölf Prozentpunkte, während die Zahl der Befürworter um ebenfalls zwölf Punkte zurückging. Der Rückhalt für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei sank somit auf den tiefsten Wert, der im bisher ARD-"Deutschlandtrend" gemessen wurde. 

Für das Vorgehen der türkischen Regierung nach dem gescheiterten Militärputsch vor knapp drei Wochen zeigen nur fünf Prozent der Befragten Verständnis. 90 Prozent haben dagegen kein Verständnis für das Vorgehen der Regierung in Ankara. 88 Prozent der Befragten äußerten in der Umfrage zudem die Auffassung, dass die Bundesregierung der türkischen Regierung entschiedener entgegentreten sollte, zehn Prozent sind gegenteiliger Auffassung. 

Ein klare Mehrheit von 69 Prozent befürwortet zudem eine Aussetzung der Gespräche über eine Visa-Freiheit für Türken - auch wenn die Türkei deshalb das Flüchtlingsabkommen aufkündigen würde. 23 Prozent sind gegenteiliger Auffassung. 18 Prozent äußerten die Meinung, dass die Bundesregierung nach dem Putschversuch nicht genug Solidarität mit der türkischen Regierung gezeigt habe. 74 Prozent teilen diese Meinung nicht. Für die Erhebung des ARD-"Deutschlandtrends" wurden am vergangenen Montag und Dienstag 1003 wahlberechtigte Bürger ab 18 Jahren telefonisch befragt.

afp

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