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SPD-Chef Maritin Schulz hat deutlich an Zustimmung verloren. 

Menschen wünschen sich aber „zügige Verhandlungen“

Umfrage zeigt: Schulz ist der große Verlierer bei den Wählern

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Eine Minderheitsregierung und Neuwahlen wollen viele Politiker nicht. Aber was wünschen sich eigentlich die Bürger? Eine Umfrage gibt jetzt Antworten und enthüllt ein wichtiges Detail für die SPD.

Berlin - Große Koalition oder vielleicht doch noch Jamaika? Auch zweieinhalb Monate nach der Bundestagswahl gibt es noch keine neue Regierung. Die SPD hat sich zwar zu Gesprächen durchgerungen, die sollen aber zunächst „ergebnisoffen“ geführt werden. Heißt also: Es könnte zu einer Neuauflage der Großen Koalition, aber auch zu Neuwahlen oder einer Minderheitsregierung kommen. Doch was wollen eigentlich die Bürger? Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat am 9. und 10. Dezember insgesamt 1566 Wahlberechtigte befragt. 

Bürger mehrheitlich für Gespräche zwischen Union und SPD

Wie die Umfrage zeigt, halten es 69 Prozent der Befragten für richtig, dass die Sozialdemokraten „jetzt doch wieder Gespräche mit der CDU/CSU zur Bildung einer Regierung führen“. Unter den SPD-Wählern sind es mit 71 Prozent sogar noch deutlich mehr. Anhänger von AfD und Linken sprachen sich dagegen mehrheitlich gegen die Gespräche aus. Insgesamt wünschen sich außerdem 71 Prozent der Befragten „zügige Verhandlungen“.

51 Prozent der Wähler befürworten eine Große Koalition allerdings nur, wenn die SPD „viele ihrer politischen Vorstellungen durchsetzt“. Vor allem bei den SPD-Wählern wünschen sich 81 Prozent, dass ihre Partei harte Verhandlungen mit der Union führt. Bei den Wählern der Linken-Partei sind es immerhin 75 Prozent, bei den Grünen 65 Prozent.

SPD-Chef Martin Schulz kommt bei den Wählern schlecht an

Über die politische Ausrichtung der SPD sind sich die Befragten dagegen uneinig: So antworteten 30 Prozent auf die Frage, was die SPD tun müsse, um wieder wählbar zu werden, sie solle „nach links“ rücken. Wesentlich mehr, nämlich 62 Prozent fordern dagegen, dass sich die SPD „in Richtung der politischen Mitte“ ausrichten solle. 

Einig sind sich die Bürger dagegen bei der Personalie Schulz: Denn gleich fünf SPD-Politiker erhielten bei der Frage, wer ein guter Parteivorsitzender sei, bessere Werte als der amtierende SPD-Chef: Überraschenderweise führt ausgerechnet der ehemalige Parteichef Sigmar Gabriel mit 30 Prozent die Liste an. Es folgen Malu Dreyer (27 Prozent), Manuela Schwesig (24 Prozent), Stephan Weil (19 Prozent) und Andrea Nahles (17 Prozent). Mit nur 16 Prozent landet Schulz auf dem letzten Platz.

Auch bei den SPD-Wählern sieht es für Schulz nicht besser aus: So führt bei diesen Befragten zunächst Malu Dreyer mit 36 Prozent, gefolgt von Olaf Scholz und Manuela Schwesig, beide mit 34 Prozent. Schulz belegt hier nur den vierten Platz mit 32 Prozent. Im Gegenteil zu den anderen Wählern erhielt Sigmar Gabriel bei den SPD-Wählern allerdings deutlich weniger Zustimmung und landete auf Platz sechs. Lediglich Andrea Nahles (26 Prozent) sowie Stephan Weil (23 Prozent) erhielten weniger Zustimmung.

Die Umfrage des Meinungsinstitutes Forsa wurde im Auftrag der RTL-Mediengruppe durchgeführt. Die statistische Fehlertoleranz bei solchen Umfragen liegt bei +/- 3 Prozent. 

Alles rund um die Gespräche zwischen SPD und Union, erfahren Sie hier in unserem Live-Ticker

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