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Horst Seehofer.

Nach Rücktritt vom Rücktritt

Umfrage zu Seehofers Kandidatur: So viele sind dafür

München - Ende April gab Horst Seehofers seinen Rücktritt vom Rücktritt nach monatelangem Stillschweigen zu dem Thema bekannt. Weniger als ein Drittel der Bayern finden das gut.

Viereinhalb Monate vor der Bundestagswahl ist die CSU in Bayern deutlich von ihrem Ergebnis aus dem Jahr 2013 entfernt. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Hamburger Institutes GMS im Auftrag von „17:30 SAT.1 Bayern“ kommt die CSU nur auf 44 Prozent und liegt damit 5,3 Prozentpunkte unter ihrem Wert von vor vier Jahren.

Damit kann die CSU knapp eine Woche nach der Ankündigung von Parteichef Horst Seehofer, seine Karriere auch über 2018 hinaus fortsetzen zu wollen, zunächst keinen Profit daraus schlagen. Der Umfrage zufolge findet weniger als ein Drittel (32 Prozent) der Befragten Seehofers Rücktritt vom Rücktritt gut. 37 Prozent gaben sogar an, dass sie es schlecht finden, 27 Prozent begrüßten es nur „teilweise“. Bei den CSU-Wählern gaben immerhin 55 Prozent an, Seehofers Entscheidung gut zu finden. Doch auch hier sind 22 Prozent dagegen, 18 Prozent begrüßen es „teilweise“.

70 Prozent der CSU-Wähler sind zufrieden

Dagegen ist die Mehrheit der Bayern (60 Prozent) mit Seehofers Arbeit zufrieden. Nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) gab an, unzufrieden zu sein. Bei den CSU­-Wählern sind sogar 70 Prozent mit Seehofers Arbeit zufrieden und selbst unter den SPD- sowie den AfD-Wählern genießt er mit 50 und 48 Prozent hohe Zustimmungswerte.

Mit Blick auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl gibt es in den aktuellen Umfragen auch bei den anderen Parteien nur wenig Bewegung: Die SPD kommt auf 23 Prozent (2013: 20 Prozent), die AfD auf 9 Prozent (2013: 4,3 Prozent), die Grünen auf 7 Prozent (2013: 8,4 Prozent), die FDP auf 6 Prozent (2013: 5,1 Prozent), die Linke auf 4 Prozent (2013: 3,8 Prozent) und die Freien Wähler auf 2 Prozent (2013: 2,7 Prozent).

Umfrage: Merkel hat die Nase vorn

Im Duell der Kanzlerkandidaten hat Amtsinhaberin Angela Merkel im Freistaat deutlich die Nase vorn. 51 Prozent der Befragten würden die CDU-Chefin bei einer Direktwahl im Amt bestätigen, für Herausforderer Martin Schulz von der SPD stimmen nur 30 Prozent, 14 Prozent wollen keinen von beiden. Bei den CSU-Wählern würden sogar 74 Prozent Merkel wählen, aber immerhin auch 11 Prozent Schulz.

Mit der Arbeit von Merkel sind immerhin 53 Prozent im Freistaat zufrieden, ihnen gegenüber stehen 42 Prozent Unzufriedene. Weniger gut wird jedoch die Arbeit der gesamten Bundesregierung gesehen: Fast jeder Zweite (49 Prozent) erklärte seine Unzufriedenheit, nur 44 Prozent können gut mit der Regierungsarbeit leben.

Die CSU-Spitzenkandidatur von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für die Bundestagswahl stößt ebenfalls auf ein geteiltes Echo: 38 Prozent der Bayern finden es gut, 24 Prozent teilweise, 31 Prozent aber nicht. Bei den CSU-Anhängern stehen 50 Prozent hinter Herrmann, 19 Prozent teilweise und nur 21 Prozent lehnen ihn ab.

dpa

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