Armin Laschet, Spitzenkandidat CDU/CSU und CDU-Bundesvorsitzender - Wahlkampfveranstaltung Besuch von St. Peter-Ording a
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Armin Laschet, Spitzenkandidat CDU/CSU und CDU-Bundesvorsitzender - Wahlkampfveranstaltung Besuch von St. Peter-Ording a

Absturz vor der Wahl

22:22! Herber Umfrage-Rückschlag für Laschet - Union muss sich Platz 1 teilen

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Die Union steht mächtig unter Druck: Die SPD schafft es in einer aktuellen Umfrage, auf Augenhöhe zu kommen. Dazu ist Scholz deutlich beliebter als Laschet.

Berlin - Fünf Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl - und laut Umfragen ist das Rennen um die stärkste Kraft richtig eng. Ein „Wimpernschlagfinale“, wie es oft aus der CSU zu hören ist. Und eine neue Befragung, durchgeführt von Insa, bestätigt das: Union und SPD liegen diese Woche (22. August) gleichauf.

Bundestagswahl 2021: Union und SPD gleichauf - Grüne verlieren

Das Meinungsforschungsinstitut hat für die Bild am Sonntag erneut Werte ermittelt. Das Ergebnis: Union 22 Prozent, SPD 22 Prozent. Zum ersten Mal seit April 2017 liegen die beiden Parteien in diesem Sonntagstrend damit wieder auf einer Linie. Was für die SPD dabei ein Höhenflug ist, ist für die Union ein Desaster. Denn laut Bild sind die 22 Prozent für CDU und CSU (minus drei Prozentpunkte zur Vorwoche) der niedrigste Wert, den Insa jemals für die Union gemessen hat. Die SPD hingegen klettert im Vergleich zur Vorwoche noch einmal zwei Prozentpunkte nach oben.

Auch die Grünen können sich derzeit nicht über ihre Umfragewerte freuen. Bei Insa verliert die Partei um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock noch einmal einen Prozentpunkt, sodass derzeit 17 Prozent vermeldet werden. Wichtig natürlich: Bis zum Wahltag am 26. September kann sich da noch einiges ändern. Umfragen sind nur Momentaufnahmen. Doch Fakt ist auch: Die Briefwahl hat begonnen.

Video: Laschet verliert an Zustimmung

Die FDP kann noch einmal zulegen und kommt nun auf 13 Prozent (plus einen Prozentpunkt). Auch die AfD schafft nach mehreren Wochen Stagnation diesen Zuwachs und liegt nun bei zwölf Prozent. Die Linkspartei verharrt weiter bei sieben Prozent. (Wird das Kanzler-Rennen noch mal spannend? In unserem neuen Politik-Newsletter gibt es stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

Wer regiert nach der Bundestagswahl? Umfrage lässt nur Spielraum für Dreier-Bündnisse

Sollte das Wahlergebnis so ausfallen, wären einmal mehr nur Dreier-Koalitionen möglich. So würden die Werte reichen für einen neuen Versuch für „Jamaika“ (Union, Grüne, FDP), eine „Ampel“ (SPD, Grüne, FDP), eine „Kenia-Koalition“ (Union, SPD, Grüne) oder ein „Deutschland-Bündnis“ (Union, SPD, FDP). Wer in einer Koalition, in der Union und SPD vertreten sind, bei Gleichstand den Kanzler stellt, kommt voraussichtlich auf die genaue Stimmenzahl und die Absprachen innerhalb des möglichen Bündnisses an. Am Ende wählen die Abgeordneten im Bundestag den Kanzler, der eine Mehrheit auf sich vereinen kann.

Bei der Frage, wer Kanzler werden soll, hat jedenfalls Olaf Scholz (SPD) weiter deutlich die Nase vorn - und kann sogar noch einmal zulegen. Mit fünf Prozentpunkten mehr steht er nun bei 34 Prozent. Weit abgeschlagen dahinter kann Baerbock ihren Wert von 13 Prozent halten. Bitter ist es einmal mehr für Armin Laschet (CDU), der mit drei Prozentpunkten weniger und damit 12 Prozent auf den dritten Rang fällt.

Scholz eilt Baerbock und Laschet davon - Umfrage-Achterbahn fährt weiter

Bei dieser Bundestagswahl ist vieles volatil, das zeigt sich bei dieser Umfrage-Achterbahn jede Woche. Anders als andere Institute hatte Allensbach am Donnerstag etwa für die Union Werte von 27,5 und für die SPD 19,5 Prozent veröffentlicht.

CSU-Chef Markus Söder jedenfalls hatte es am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung der Union schon auf den Punkt gebracht: Natürlich gebe es auch mal einen Gleichstand, doch dann höre eine Mannschaft nicht auf. „Lasst uns selbstbewusst kämpfen, wir sind doch wer, wir sind die Union“, so Söder. Doch auch die CSU-Werte in Bayern sehen derzeit schlecht aus.

Hinweise zu dieser Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Insa hat für die Sonntagsfrage für die Bild am Sonntag vom 16. bis 20. August 1352 Menschen befragt. Die maximale Fehlertoleranz beträgt dabei plus/minus 2,8 Prozentpunkte. Am 20. August wurde zusätzlich 1002 Menschen die Frage zur Kanzlerdirektwahl gestellt.

Lesen Sie auch: „Lieber Armin“ - doppelte Kehrtwende in der Union: Merkel und Söder als Laschets Wahlkampfmotoren

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