1. Startseite
  2. Politik

Umfrage-Dämpfer: Laschets Union hängt fest - schlechte Nachrichten auch für Baerbock

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Cindy Boden

Kommentare

So wirklich beliebt sind die in Aussicht stehenden Koalitionsoptionen nicht. Im ZDF-„Politbarometer“ zeigt sich keine Trendwende. Nur die Grünen verlieren.

Berlin - Vor allem Union und Grüne wollten mit den ersten zwei TV-Triellen das Umfrage-Blatt noch einmal wenden. Doch die parteipolitische Lage bleibt „sehr stabil“ - so formuliert es das ZDF mit Blick auf die Zahlen des aktuellen „Politbarometers“ (17. September).

Wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD auf 25 Prozent. CDU und CSU blieben mit 22 Prozent dahinter. Die AfD erreicht nach den Daten der Forschungsgruppe Wahlen aktuell 11 Prozent, genauso wie der FDP. Die Linke hält sich weiter knapp über der Fünf-Prozent-Hürde - mit sechs Prozent. Alle diese Werte bleiben im Vergleich zur Vorwoche gleich.

Nur die Grünen um Annalena Baerbock würden einen Punkt abgeben. Sie kommen auf 16 Prozent der Stimmen, landen also weiter auf Platz drei. Am Donnerstagabend versuchte die Kanzlerkandidatin noch eine Landwirtin mit ihrer Antwort zu regionalen Lebensmitteln zu überzeugen, drang jedoch nicht durch.

Umfrage vor der Bundestagswahl: „Ampel“ noch am beliebtesten, wenig Zuspruch für Regierung aus SPD, Grünen und Linken

In der Koalitionsfrage wird nach der Bundestagswahl am 26. September voraussichtlich eine Fülle an Möglichkeiten auf dem Tisch liegen. Kommt das Ergebnis so, wie es in der momentanen Projektion der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF steht, käme jedoch nur ein Zwei-Bündnis auf eine knappe Mehrheit: die amtierende „Große Koalition“, jedoch dieses Mal mit einem SPD-Kanzler an der Spitze, der nach aktuellem Stand dann wohl Olaf Scholz heißen würde.

Bei den Koalitionen aus drei Parteien gibt es mehr Auswahl. Reichen würde es der Umfrage zu für eine „Ampel“ (SPD, Grüne und FDP), für das 2017 gescheiterte „Jamaika-Bündnis“ (CDU/CSU, Grüne, FDP) sowie für das viel diskutierte „Rot-Grün-Rot“. All diese Modelle stoßen bei den Befragten jedoch eher auf Ablehnung. Am besten kommt da noch die „Ampel-Koalition“ weg, auch diese Option fänden aber nur 37 Prozent der Befragten gut. 39 Prozent finden sie schlecht, 21 Prozent sagen „egal“. Am wenigsten Zuspruch erhält „Rot-Grün-Rot“ aus SPD, Grünen und Linken: 27 Prozent bewerten dieses positiv, 56 Prozent negativ und 15 Prozent ist es egal. Schon bei einer anderen Befragung war dieses Missfallen deutlich geworden.

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Unionsparteien, spricht bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Bremer Marktplatz.
Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Unionsparteien, spricht bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Bremer Marktplatz. © Sina Schuldt/dpa

Besonders viele halten Rennen bei der Bundestagswahl noch für offen - Scholz bei Kanzlertauglichkeit vorn

82 Prozent der Menschen, eine deutliche Mehrheit, halten das Rennen noch für offen. Für sie steht noch nicht fest, wer aus der Bundestagswahl als Sieger hervorgehen wird. Das ist bemerkenswert, weil gut eine Woche vor der Wahl 2017 dieser Prozentsatz deutlich kleiner war. Laut ZDF meinten damals 41 Prozent, dass das Rennen noch offen ist.

Bei der Frage nach der Eignung als Kanzler oder Kanzlerin liegt Scholz weiterhin mit großem Vorsprung auf Platz 1. Insgesamt 67 Prozent trauen ihm das Amt zu. Bei Armin Laschet sind es nur 29 Prozent, bei Baerbock lediglich 26 Prozent.

Bundestagswahl am 26. September: SPD in Umfragen vorn - Union holt mal auf, mal nicht

Auch wenn die Zeit knapp wird: Bis zur Bundestagswahl kann sich noch einiges verändern. Im „Deutschlandtrend“ der ARD zum Beispiel zeigt sich ein leicht anderes Bild. Zwar lag am Donnerstag auch da die SPD vorn, doch die Union konnte etwas Boden gutmachen.

Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren weiter, die Spitzenkandidaten der Parteien reisen durch Deutschland. Außerdem präsentieren sie inhaltliche Konzepte, zum Beispiel die CDU mit einem Wirtschaftspapier. Die SPD sorgte indes mit einem eigentlich etwas älteren Arbeitslosen-Plan für Aufruhr. (cibo)

Hinweise zur Umfrage

Die Umfrage für das „Politbarometer“ wird von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF durchgeführt. Dafür haben die Meinungsforscher Interviews von 1.406 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten ausgewertet, im Zeitraum vom 14. bis 16. September 2021. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund plus/minus drei Prozentpunkte. Die Projektionswerte geben das Stimmungsbild zum jetzigen Zeitpunkt wieder.

Auch interessant

Kommentare